ÖGJ-Eder: Berufsorientierung und Arbeitsrecht an die Schulen!

BerufseinsteigerInnen haben keine Ahnung von ihren Rechten und Pflichten

Wien (ÖGJ/ÖGB) - Die Hälfte der AHS-Schülerinnen und Schüler hat wenige Monate vor der Matura noch keine konkreten Vorstellungen, welchen Beruf sie ergreifen wollen. "Das muss aber kein Zeichen mangelnder Reife sein, sondern ist auch wesentlich auf die fehlende Berufsinformation an den Schulen zurückzuführen", kommentiert der Vorsitzende der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), Jürgen Eder, eine AMS-Erhebung. Eder fordert Berufsorientierung als eigenes Schulfach an allen Schultypen sowie arbeitsrechtliche Grundinformationen als verpflichtenden Unterrichtsinhalt.++++

Nach wie vor ist die Bildungs- und Berufsberatung dem Engagement der betroffenen LehrerInnen überlassen. Es zeigt sich aus der Erfahrung, dass die integrative Form der Berufsorientierung im Unterricht nicht das gewünschte Ergebnis erreicht. "Daher ist ein eigenes Unterrichtsfach Berufsorientierung zu schaffen, und für die LehrerInnen müssen eigene Qualifikationsprofile erstellt werden", fordert Eder.

Im Berufsorientierungs-Unterricht müsse auch die geschlechtsspezifische Berufswahl thematisiert werden, damit sich mehr Frauen für "typische Männerberufe", vor allem im technischen und naturwissenschaftlichen Bereich entscheiden.

Arbeitsrechtliche Grundinformation in den Unterricht

Viel zu kurz kommt an den Schulen die Information über arbeitsrechtliche Regelungen. "Das führt dazu, dass Jugendliche in Ferienjobs, aber auch junge BerufseinsteigerInnen kaum über ihre Rechte und Pflichten in der Arbeitswelt Bescheid wissen", so der ÖGJ-Vorsitzende. Was ist ein Kollektivvertrag? Wozu gibt es BetriebsrätInnen? Was sind atypische Beschäftigungsverhältnisse und welche Nachteile bringen sie mit sich? Was regelt der Dienstvertrag? "All diese Punkte müssen in Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern in die Lehrpläne aller Schultypen aufgenommen werden", verlangt Jürgen Eder.(fk)

ÖGB, 3. August
2006
Nr. 521

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