Bures: AMS braucht dringend mehr Personal in der Beratung

11 Minuten Beratung pro Arbeitsuchenden sind eindeutig zu wenig

Wien (SK) - SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Doris Bures fordert mehr Personal in der Beratung des AMS: "Der Druck ist enorm. Pro Arbeitsuchenden haben die Mitarbeiter des AMS nur elf Minuten Zeit für Beratung, während sie vergleichsweise in Schweden fünf Mal so viel Zeit haben. Dabei kann natürlich nur sehr oberflächlich oder überhaupt nicht auf die Fähigkeiten und Interessen der Arbeitsuchenden eingegangen werden. Kein Wunder, dass Leute in Kurse geschickt werden, die ihnen überhaupt nichts bringen. Das ist auf der einen Seite für die Arbeitsuchenden total frustrierend und verursacht auf der anderen Seite unnötige Kosten." ****

Derzeit sind von 4.200 Angestellten beim AMS 2.500 in der Beratung tätig. Die Zahl der Berater wurde nach dem letzten Sozialpartnergipfel im Mai zwar um 500 aufgestockt, Überstunden und Rationalisierungsmaßnahmen abgerechnet, gibt es definitiv aber nur um 100 Personen mehr - "und das ist bei dem enormen Anstieg der Arbeitslosigkeit eindeutig zu wenig", so Bures.

Weiters fordert Bures die verpflichtende Ausarbeitung von Betreuungsplänen: Diese sollen die persönlichen Rahmenbedingungen der Arbeitsuchenden (Betreuungspflichten, Mobilität) und Vermittlungsbeschränkungen (Berufsschutz, gesundheitliche Einschränkungen) sowie mögliche Weiterbildung enthalten. Diese Betreuungspläne sind eigentlich seit 2005 verpflichtend vorgesehen, werden tatsächlich aber gerade einmal in einem Drittel der Fälle erarbeitet.

Grund für die vermehrten Beschwerden über die Kurse des AMS sei die Tatsache, dass die Regierung das AMS jahrelang finanziell ausgehungert hat. "Nun sollen im Wahljahr so viele Arbeitslose wie nur irgendwie möglich aus der Statistik fallen. Deshalb werden in Hau-Ruck-Aktionen die Arbeitslosen in Kursen versteckt. Job haben sie damit noch keinen, und die Krise am Arbeitsmarkt ist nicht einmal ansatzweise ausgeräumt", so Bures abschließend. (Schluss) se

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