Wien: 30 Arbeitsplätze für Technologie-WiedereinsteigerInnen

Rieder und Wehsely präsentieren neues Zentrum "femCubator"; Technologie-Start-up-Zentrum mit spezieller Kinderinfrastruktur

Wien (OTS) - "Mit diesem neuen Zentrum erleichtern wir 30 Wienerinnen und Wienern nach der Babypause den Schritt in die Selbstständigkeit im Bereich Forschung und Technologie. Wir bieten nicht nur betriebliche Start-Up-Hilfe, sondern auch spezielle Betreuung für die Eltern", erklärten Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder und Frauenstadträtin Mag.a Sonja Wehsely am Donnerstag in einem gemeinsamen Mediengespräch mit Eveline Gemeiner von der ARGE femCubator.

Im September 2006 startet mit dem Projekt femCubator Wiens erstes Grün-derInnenzentrum, das speziell auf die Vereinbarkeit von beruflicher Selbstständigkeit und Kinderbetreuungspflichten Rücksicht nimmt. Im Business & Research Center Höchstädtplatz (BRC) im 20. Bezirk stehen ab September insgesamt 30 Arbeitsplätze für Frauen und Männer zur Verfügung, die sich direkt im Forschungs- und Technologiebereich oder dessen Umfeld selbstständig machen wollen, und die während ihrer Berufstätigkeit eine Kinderbetreuung benötigen. Die Altersgrenze bei den Kindern liegt bei sechs Jahren.

Geboten werden dabei nicht nur ein Kindergarten im selben Gebäude, sondern auch andere Services, die die Vereinbarkeit von beruflicher Selbstständigkeit und Kindererziehung und -betreuung erleichtern. Dazu zählen etwa ein Einkaufsservice sowie Still- und Ruheräume.****

Ausbildung und Coaching für nachhaltigen Gründungserfolg

femCubator verbindet klassische Elemente von GründerInnen- und Inkubationszentren mit dem Angebot einer Inhouse-Kinderbetreuung zu einem in Wien bisher einzigartigen Konzept. Neben der üblichen Start-up-Center-Infrastruktur (Büro, IT-Dienste, Besprechungsräume, Rezeptionsservice, etc.) bietet femCubator den MieterInnen ein umfassendes und maßgeschneidertes Ausbildungs- und Coachingprogramm, das für die femCubator-GründerInnen verpflichtend vorgesehen ist.

Um in den femCubator aufgenommen zu werden, müssen die InteressentInnen eine Aufnahmeprozedur mit Hearings durchlaufen. ExpertInnen unterstützen die GründerInnen bei der Erstellung des Business-Plans und begleiten auch seine Umsetzung. Der Ausbildungsteil des femCubator-Programms sieht etwa Themen wie Unternehmensentwicklung, Finanzierung und Kostenplanung, Marketing und Vertrieb, Steuer- und Wirtschaftsrecht sowie Innovationsmanagement vor. Teil des Betreuungskonzepts ist auch ein Mentoring-Programm.

Weitverzweigte Netzwerke und Kontakte helfen weiter

Die femCubator-MieterInnen profitieren außerdem von den Netzwerken und Kontakten (Unis, F&E-Einrichtungen, ...) der ARGE femCubator-Mitglieder. Geplant sind gemeinsame Marketingaktivitäten und Messeauftritte, sowie der Aufbau von innovativen Mikro-Kredit-und Beteiligungsmodellen.

In der ARGE femCubator haben sich drei Partner zusammengeschlossen: Die Firma AIVET (Austrian Institute for Virtual Education Techniques) steuert ihre Technologien für Web-Konferenzen und E-Learning bei. Die Wirtschaftsuniversität Wien deckt durch sein Institut für Entrepreneurship und Innovation das Bildungs-Know-how ab. Schließlich die Firma Ratio, die ihre Betriebsberatungs- und Innovationsmanagementkompetenzen im Forschungs- und Technologieumfeld ausspielen kann.

WWFF als zentraler Partner

femCubator befindet im sechsten Obergeschoss des vom Wiener Wirtschaftsförderungsfonds (WWFF) errichteten 4.200 Quadratmeter großen Technologiezentrum Business & Research Center Höchstädtplatz. Die Kooperation der ARGE femCubator-Partner ist innerhalb des IT-Netzwerks des WWFF, Vienna IT Enterprises (VITE), entstanden. Das ebenfalls im BRC beheimatete Business Service Center 02-20 des WWFF ist die Schnittstelle zu den umfangreichen Services des WWFF für GründerInnen und JungunternehmerInnen.

Von der Karenz in die Selbstständigkeit

Hauptzielgruppe des innovativen GründerInnenzentrums sind karenzierte Frauen und Männer sowie WiedereinsteigerInnen nach der Karenz. Insbesondere wendet sich femCubator an Uni-AbsolventInnen, die eine während des Studiums entwickelte Forschungsidee - direkt nach dem Studium oder nach einem Angestelltenverhältnis - mit einem eigenen Unternehmen umsetzen möchten. Auch GründerInnen mit Kindern, die forschungs- und technologienahe Dienstleistungen anbieten (Technologiemarketing, Innovationsmanagement, technische Dienste,…) sind im femCubator willkommen.

Wehsely: Modellprojekt femCubator bringt mehr Chancen für WiedereinsteigerInnen

Wie der Wiener Frauenbericht 2005 feststellt, erweist sich eine berufliche Unterbrechung auf Grund von Kinderbetreuung immer noch als nachhaltiger Bruch in der Erwerbsbiographie. Besonders trifft dies neben Frauen mit niedrigem Qualifikationsniveau auch auf Frauen zu, die dem Arbeitsmarkt länger fernbleiben. Weil sich die beruflichen Anforderungen immer schneller ändern, laufen vor allem Frauen mit längerer Berufsunterbrechung Gefahr, den Anschluss an den Arbeitsmarkt zu verlieren. Zudem werden die Selektionsmechanismen bei steigender Arbeitslosigkeit härter und benachteiligen tendenziell WiedereinsteigerInnen.

"Das Projekt femCubator hat Modellcharakter! Ich hoffe, dass es gut genützt und oft kopiert wird", betonte Frauenstadträtin Sonja Wehsely. "Wir brauchen Projekte und Modelle, die Eltern den beruflichen Wiedereinstieg nach der Babypause erleichtern und wir brauchen Maßnahmen zur Erhöhung des Frauenanteils in den Bereichen der Forschung und Technologie. Das Gründungszentrum femCubator verfolgt beide Ziele in einem", so Wehsely.

"Durch die Einführung des Kinderbetreuungsgeldes habe sich die Situation der WiedereinsteigerInnen massiv verschlechtert. 2 ¾ Jahre nach der Geburt eines Kindes sind heute 40 Prozent mehr Frauen arbeitslos und 7 Prozent weniger unselbstständig beschäftigt als zu Zeiten der alten Karenzgeldregelung (Quelle: WIFO 2004). Neben einer Reform des Kinderbetreuungsgeldes seien darum auch Modelle und Projekte wie femCubator gefragt, die Frauen den Wiedereinstieg erleichtern und Job und Kind kompatibler machen", so Wehsely.

Frauen in der Forschung: Österreich hinkt nach

femCubator ist ein Angebot für WiedereinsteigerInnen, die sich im Forschungs- und Technologiebereich selbstständig machen wollen. "Was den Frauenanteil in der Forschung betrifft, hat Österreich enormen Nachholbedarf", unterstreicht Wehsely mit Verweis auf die jüngsten Zahlen der EU-Kommission.

Laut den im Mai veröffentlichten "Shefigures 2006" der EU-Kommission sind in Österreich (Stand 2003) nur 21 Prozent aller ForscherInnen weiblich. Der EU-Schnitt liegt bei 29 Prozent.

Im Bereich der betrieblichen Forschung beträgt der Frauenanteil in Österreich nur 10 Prozent. Einen geringeren Wert weisen in der EU nur die Niederlande (neun Prozent) aus, Spitzenreiter ist auch hier Lettland mit 54 Prozent. Der EU-Schnitt beträgt 18 Prozent. Im Hochschulbereich liegt die Frauenquote bei den WissenschaftlerInnen in Österreich bei 30 Prozent (EU-Schnitt: 35 Prozent). Europa-Spitzen sind in diesem Bereich Finnland und Lettland mit je 53 Prozent.

femCubator Info-Tage im August und September

Derzeit werden gerade die MieterInnen für femCubator gesucht. Insgesamt gibt es drei Info-Tage, an denen den InteressentInnen das spezielle Leistungsangebot präsentiert wird. Der erste Info-Tag am 27. Juli wurde bereits von vielen InteressentInnen besucht. Die weiteren zwei Termine der femCubator-Informationstage sind:

o Donnerstag, 24. August 2006, 10 bis 14 Uhr o Donnerstag, 21. September 2006, 10 bis 17 Uhr

o Ort: Business & Research Center Höchstädtplatz, Meldemannstraße 18, 1200 Wien

Förderung durch EU-Ziel 2-Mittel

Das Projekt femCubator wird - neben Geldern aus dem Projektkonsortium - bis 2007 auch aus EU-Regionalfördermittel mitfinanziert, weil der Projektstandort - der Höchstädtplatz in der Brigittenau - im so genannten Ziel 2-Gebiet liegt. 2008 wird femCubator evaluiert und bis dahin wird auch eine Selbstfinanzierung durch die MieterInnen und Sponsoren erwartet.

o femCubator - Zahlen, Daten und Fakten Adresse: Meldemannstraße 18, 1200 Wien, 6. Stock Arbeitsstationen (Vollzeit und Teilzeit): 30 Bürofläche: 500 m2 Kindergarten (im EG): 150 m2 Kosten pro camp: kostenlos Kosten Vollzeit: 398 Euro/Monat Kosten Teilzeit: 249 Euro/Monat www.femcubator.at/

(Schluss) mmr

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Mediensprecherin Stadträtin Mag.a Sonja Wehsely
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