ÖAMTC: Der Souvenirkauf im Urlaub kann sogar im Gefängnis enden (+ Audio)

Die Einfuhr gefährdeter Tier- und Pflanzenarten ist mit Strafrahmen bis zwei Jahren belegt

Wien (OTS) - So verlockend es auch ist Elfenbein-Schnitzereien, Tropenhölzer und Korallen aus dem Urlaub mitzubringen - man sollte auf diese Reiserinnerungen besser verzichten. Der Handel mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten ist neben der Zerstörung der Lebensräume die Hauptursache für die Gefährdung vieler Arten. Aufgrund der bedrohten Artenvielfalt sind bereits über 30.000 Pflanzen- und 3.000 Tierarten durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) geschützt. "Unwissenheit kommt teuer. Der Strafrahmen für Verstöße bewegt sich zwischen 726 Euro und 36.336 Euro. Für besonders schwere Verstöße drohen Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren", warnt ÖAMTC-Touristikerin Tanja Gems.

In Kooperation mit dem WWF klären die Club-Touristiker auf, worauf beim Souvenirkauf zu achten ist:

Für die Einfuhr von geschützten lebenden oder toten Arten und daraus hergestellten Erzeugnissen (auch wenn diese gezüchtet oder künstlich vermehrt worden sind) in die EU braucht man eine Ausfuhrgenehmigung der CITES-Behörde des Herkunftslandes und eine Einfuhrgenehmigung der österreichischen CITES-Behörde (Ausnahmen sind Souvenirs und Jagdtrophäen: für diese braucht man nur Ausfuhrgenehmigungen). "An den Grenzübergängen kontrolliert der österreichische Zoll die nötigen Dokumente. Die Rechnung eines Händlers, ein tierärztliches Attest oder ein veterinärbehördliches Dokument können Artenschutz-Genehmigungen nicht ersetzen", sagt die ÖAMTC-Touristikerin.

Auf sämtliche Mitbringsel, die von wildlebenden Tieren oder Pflanzen stammen könnten, sollte man jedenfalls im Sinne des Umweltschutzes verzichten und niemals lebende Tiere kaufen. Zum Erwerb folgender Souvenirs sind bereits Ausfuhrgenehmigungen nötig:

  • Für mehr als 250g Stör-Kaviar
  • Für Lederprodukte aus geschützten Reptilien wie Gürtel und Handtaschen
  • Für alle Orchideen und Kakteen aus der Natur
  • Für die meisten Korallenarten und einige Muschel- und Schneckenarten
  • Für alle Seepferdchen und einige Haiarten
  • Für Holzprodukte aus bedrohten Baumarten wie Sandelholz, Palisander oder Mahagoni

Von diesen Produkten sollte man unbedingt die Finger lassen

* Südostafrika: Elefanten-, Nashorn- und Meeresschildkröten-Produkte gehören zu den unerlaubten Souvenirs, ebenso Schnitzereien aus Tropenholz. Zur Ausfuhr bestimmter Pflanzen, Insekten und Muscheln braucht man Genehmigungen.

* China: Auf Elfenbein-Schnitzereien sollte man unbedingt verzichten, ebenso auf Produkte der traditionellen chinesischen Medizin, die Bestandteile geschützter Arten wie Tiger, Bären oder Moschustiere enthalten.

* Karibik: Mitbringsel wie Schildpattschmuck, Schildkrötenöl und einige Korallen- und Muschel- oder Schneckenarten sind ohne Genehmigung verboten.

* USA: Kunstvolle Wandgehänge aus Federn und Schnitzereien aus Walrosszähnen dürfen ohne CITES-Dokumente nicht mitgenommen werden. Genehmigungen braucht man auch für die Ausfuhr der Produkte von Schwarzbär-, Grizzly- oder Eisbärprodukten.

* Südamerika: Der hübsche Papagei sollte besser im Land bleiben, denn der Export heimischer Vögel ist nicht erlaubt. Genehmigungspflichtig ist auch die Mitnahme von Orchideen und Kakteen.

* Türkei: Ausgestopfte Vögel sowie lebende Schildkröten, wie sie auf den Märkten angeboten werden, können sich als teures Zollproblem entpuppen. Auch auf den Kauf von Muscheln und Meeresschnecken sicherheitshalber verzichten.

* Mittelmeerländer: Der Handel mit Panzern von Meeresschildkröten ist illegal und wird geahndet. Tabu sein sollten auch Souvenirs wie z.B. getrocknete Seepferdchen, Korallen, Riesenmuscheln oder Fechterschnecken (die nicht aus dem Mittelmeer stammen aber hier in Massen verkauft werden).

Details zum Thema Zoll gibt es generell unter www.oeamtc.at/reise. Wer sich vor der Reise über spezielle Souvenirs erkundigen will, wird beim zuständigen Lebensministerium (01/51 522-1402) und unter www.cites.at bestens informiert. Ein Leitfaden zum Souvenirkauf im Urlaub ist unter www.wwf.at/cites zu finden.

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