Gefahrenquelle Garten- und Campingmöbel

Eine neue Norm für Garten- und Campingmöbel vermindert das Risiko von schmerzhaftem Einklemmen oder Quetschungen. Das KfV rät, beim Kauf auf diese Norm zu achten

Wien (OTS) - Kaum einer, der in den letzten Wochen die Gelegenheit hatte aus den aufgeheizten Büroräumen oder den eigenen vier Wänden zu entfliehen wird auf sie verzichtet haben - auf bequeme Garten- oder Campingmöbel. Sie bieten die Möglichkeit sich außerhalb stickiger Räume zu entspannen. Auf der hauseigenen Terrasse ebenso wie auf dem Balkon oder Campingplatz. Auch wenn es manch einem unwahrscheinlich erscheint, Verletzungen beim Auf- oder Umstellen von faltbaren Campinghockern, klappbaren Gartenstühlen oder verstellbaren Sonnenliegen sind keine Seltenheit. Meist ist der schmerzhafte Zwischenfall folgenlos und nach wenigen Minuten schon in Vergessenheit geraten. Doch leider geht es nicht immer so glimpflich aus. Alleine in den letzten Jahren haben sich durchschnittlich 300 Menschen pro Jahr an Gartenmöbeln so schwer verletzt, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten.

Enorme Kräfte durch Hebelwirkung

"Klappbare Gartenmöbel mit Scharnieren oder beweglichen Teile können aufgrund der Hebelwirkung mit enormen Kräften auf ein eingeklemmtes Körperteil wirken. Sind dazu noch scharfe Kanten vorhanden, kann die Verletzung im schlimmsten Fall sogar zur Amputation führen", gibt Dr. Rupert Kisser, Leiter des Bereichs Heim, Freizeit & Sport im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) zu bedenken. Die meisten Unfallopfer mussten aufgrund von verletzten Fingern im Spital behandelt werden. Die Blessuren reichen jedoch von offenen Wunden, Quetschungen, Knochbrüchen bis hin Amputationen. 75 Prozent aller Betroffenen zogen sich ihre Verletzungen in der näheren Umgebung der Wohnung zu, beispielsweise auf der hauseigenen Terrasse oder im Garten. Die Palette der Unfallhergänge ist breit: Da wird der Arm beim Zusammenklappen einer Gartenliege eingequetscht oder beim Aufstellen eines Liegestuhl die Finger eingeklemmt. Manchmal kommt es gar durch Zusammenbrechen eines Gartenmöbels zu Verletzungen, die vom Notarzt oder im Krankenhaus behandelt werden können.

Kinder und Senioren besonders betroffen - Neue Norm reduziert Risiko

"Mehr als die Hälfte der Verunfallten sind über 60 Jahre alt. 20 Prozent der Betroffenen sind jünger als 15. Die neue Norm, die unter anderem Quetsch- und Scherstellen bei Kindermöbeln untersagt, trägt massiv zur Reduzierung der Unfallgefahr bei", erklärt Kisser. Gerade bei der Auswahl der Möbel für den Nachwuchs ist besondere Aufmerksamkeit geboten. Die Möbel müssen standsicher sein, möglichst keine Rollen haben und bewegliche Teile dürfen keinesfalls - wie in der Norm vorgesehen - Quetsch- und Scherstellen aufweisen. Des Weitern müssen Beschichtungen speichel- und schweißfest sein und dürfen keine Schwermetalle enthalten. Deshalb lohnt es sich in jedem Fall bei Kauf von Gartenmöbeln auf die Qualität zu achten und auf Billigmöbel zu verzichten. Die ÖNORM EN 581, die am 1. April 2006 erschienen ist, bietet eine gewisse Garantie einen großen Teil schwerer Verletzungen zu verhindern. So schreibt sie vor, dass Kanten von gegeneinander beweglichen Teilen abgerundet oder abgeschrägt sein müssen.
Grundsätzlich macht es Sinn, Gartenmöbel auf Beschädigungen zu überprüfen bevor man sie aufstellt und darauf zu achten, dass sie richtig und vollständig aufgebaut sind, bevor sie benutzt werden. Wer diese Tipps beherzigt wird sich ungestört im Freien erholen können.

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Mag. Kerstin Gardill
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