AK: Beschäftigungsdaten des Wirtschaftsministeriums bestätigen Strukturproblem auf Österreichs Arbeitsmarkt

Weiterhin Rückgang bei Beschäftigung in wichtigen Wirtschaftszweigen und bei Vollzeitbeschäftigung

Wien (OTS) - Die heute veröffentlichten Daten des Wirtschaftsministeriums über die jüngste Beschäftigungsentwicklung bestätigen die Ansicht der AK, dass Österreich noch keinen tragfähigen Weg aus der Arbeitsmarktkrise gefunden hat. Obgleich die Zahl der Beschäftigten im Juli 2006 gegenüber Juli 2005 laut Ministerium um 55.000 gestiegen ist, konnte die Zahl der Arbeit Suchenden nur um weniger als ein Zehntel dieses Wertes verringert werden. Und das, obgleich von den Wirtschaftsforschungsinstituten für heuer ein wesentlich gün-stigeres Wirtschaftswachstum als für die kommenden Jahre bis 2010 vorausgesagt wird. Die Warnung der AK, dass die konjunkturelle Entwicklung bei Weitem nicht tragfähig genug ist, um die Arbeitslosigkeit zu senken, wird dadurch unterstrichen. Nachdem das Arbeitskräftepotential weiterhin ansteigt und das Wirtschaftswachstum in den nächsten Jahren niedriger sein wird als heuer (WIFO Mittelfristprognose) kann der Beschäftigungszuwachs auf dem aktuellen Niveau nicht ausreichen, um den wesentlich steiler wachsen-den Bedarf an neuen Arbeitsplätzen abzudecken. Die Arbeitslosigkeit wird daher nach allen aktuell verfügbaren Daten mittelfristig weiter steigen oder zumindest auf dem aktuell überhöhten Niveau verharren. Aus Sicht der AK ist diese Situation nicht akzeptabel, zumal Arbeitslosigkeit schon derzeit jährlich um die 7 Milliarden Euro kostet. Die AK fordert alles zu unternehmen, um durch Umstieg auf eine neue Arbeitsmarktstrategie die Struk-turprobleme des österreichischen Arbeitsmarktes zu lösen, damit Österreichs Arbeitsmarkt im Jahr 2011 bei Wegfall der Übergangsfristen gegenüber den Beitrittsländern gerüstet und in der Lage ist, auch für all jene Menschen, die neu auf den Arbeitsmarkt eintreten, Beschäftigung zu schaffen.

Weiter Rückgang bei Vollzeitbeschäftigung und in wichtigen Wirtschaftsbereichen
Die letztverfügbaren Daten der Beschäftigtenerhebung des ersten Quartals 2006 zeigen, dass Vollzeitbeschäftigung auch derzeit noch gegenüber dem gleichen Quartal des Vorjahres im Sinken ist. Der statistische Beschäftigungszuwachs ist also allein auf steigende Teilzeitarbeit zurückzuführen. Außerdem ist im ersten Halbjahr 2006 die Beschäftigung gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres in wichtigen Bereichen wie etwa der Sachgütererzeugung oder im Verkehr-und Nachrichtenbereich weiter gesunken. Aus Sicht der AK ist es auch unerlässlich, die Beschäftigungsquoten vor allem bei den Frauen so wie in Skandinavien auf über 70 Prozent zu bringen. Dass auch in der derzeitigen Situation durch gezielte Maßnahmen mehr möglich ist, zeigen zB Dänemark und die Nie-derlande. Dort ist die Arbeitslosigkeit im Juni 2006 gegenüber dem Vorjahrsmonat um - 1,2 bzw um -1,0 Prozentpunkte reduziert worden. Damit wurde dort ein dreimal bzw viermal besserer Veränderungswert erzielt als in Österreich.

Die AK fordert:
+ Langfristige Aufstockung der Mittel für aktive Arbeitsmarktpolitik + Ausbau des Systems der beruflichen Weiterbildung
+ Flächendeckende Maßnahmen für den Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit älterer ArbeitnehmerInnen
+ Mehr Ressourcen für Arbeitsvermittlung und soziale Absicherung Arbeit Suchender

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Thomas Angerer
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