Trotz Rückgang der Arbeitslosigkeit: strukturelle Probleme der heimischen Wirtschaft ungelöst

Linz (OTS) - "Angesichts von 28.491 Jobsuchenden in
Oberösterreich, darunter 8769 Jugendliche, darf sich die Politik nicht zurücklehnen", kommentiert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer den leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit.

Das langsame Anspringen der Konjunktur in Westeuropa trägt auch in Oberösterreich zu einer leichten Entspannung am Arbeitsmarkt bei. In allen Altersgruppen und (mit Ausnahme der Absolventen/-innen von Akademien, Fachhochschulen und Universitäten) in allen Ausbildungskategorien ging die Arbeitslosigkeit im Juli gegenüber dem Vorjahr etwas zurück.

Dennoch: "Mehr als 8700 Jugendliche sind in Oberösterreich ohne Job und Ausbildungsverhältnis, davon 1536 sofort verfügbare Lehrstellensuchende. Es gibt daher keinen Grund, die Hände in den Schoß zu legen", kommentiert die AK den Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit um 47,6 Prozent in den letzten sechs Jahren. AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer bekräftigt seine langjährige Forderung nach einer Ausbildungsgarantie für alle Jugendlichen. "Derzeit werden mit Blum-Bonus und Kombilohn nur die Gewinne gefördert", so Kalliauer.

Fast 9000 arbeitslose Oberösterreicher/-innen haben keine Ausbildung oder nur die Pflichtschule abgeschlossen, das sind mehr als 43 Prozent der Arbeitslosen. Diese Zahl bestätigt die AK-Forderung nach mehr hochwertiger Qualifizierung und einem System der beruflichen Weiterbildung, das auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten der Beschäftigten Rücksicht nimmt.

Die momentane Verbesserung der Lage am Arbeitsmarkt betrifft zum allergrößten Teil Industrie und Gewerbe. Nur etwa 30 Prozent des Rückganges an Arbeitslosen werden in den Dienstleistungsberufen verzeichnet, obwohl dort 63 Prozent der Arbeitslosen herkommen.

Das weist auf die nach wie vor lahmende Inlandsnachfrage hin. "Die Politik muss zur Kenntnis nehmen, dass die strukturellen Probleme der heimischen Wirtschaft und des Arbeitsmarktes nicht gelöst sind", so Kalliauer.

"Wir brauchen einen Aufschwung, der durch die heimische Kaufkraft getragen wird. Nur durch eine spürbare steuerliche Entlastung der kleinen und mittleren Einkommen und Investitionen der öffentlichen Hand in Bildung und Infrastruktur verbessert sich die Lage nachhaltig", so der AK-Präsident.

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