Leitl-Forderung ist Lohnkürzung durch die Hintertür: AK sagt Nein zur Arbeitszeitverlängerung

Linz (OTS) - "Die wiederholte Forderung von Wirtschaftskammer-Präsident Leitl nach einer 60-Stunden-Woche ist ein Rückschritt ins vorvorige Jahrhundert", ist AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer empört. Eine Arbeitszeitverlängerung in diesem Ausmaß bringt eine Lohnkürzung von 1 Milliarde Euro mit sich.

Leitls Forderung hätte nichts anderes als eine Lohnkürzung durch die Hintertür zur Folge. Die Umsetzung würde die Arbeitnehmer/-innen eine Milliarde Euro kosten. "Dieser Weg führt in eine ökonomische Sackgasse", so Kalliauer, der auf die Entwicklung der letzen Jahre verweist. Aufgrund der ohnehin schon stagnierenden Löhne schwächelt auch die Inlandsnachfrage.

In dieser Situation auf eine Kürzung der Massenkaufkraft zu setzen, verschlechtert die konjunkturelle Lage und erhöht die Arbeitslosigkeit. Denn eine - trotz Durchrechnungszeitraum zu erwartende - Arbeitszeitverlängerung muss sich angesichts der hohen Arbeitslosigkeit negativ auf die Beschäftigung auswirken.

"Hohe Beschäftigung und niedrige Arbeitslosigkeit bei kürzeren Arbeitszeiten sind möglich", sagt der AK-Präsident und blickt dabei auf die skandinavischen Länder. Norwegen weist mit 38,6 normalerweise geleisteten Wochenstunden von unselbständig Vollzeitbeschäftigten die europaweit niedrigste Arbeitszeit auf, erreicht aber zugleich mit 74,8 Prozent die zweithöchste Erwerbsquote im Jahr 2005.

"Anstatt ständig an der Lohnschraube nach unten zu drehen, gilt es, die hohe Produktqualität sowie die gute Qualifikation und Motivation der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu erhalten", fordert der AK-Präsident. "Besser statt billiger", müsse die Devise lauten.

Im Übrigen gibt es die immer wieder behaupteten starren Tages- und Wochenarbeitszeiten in Österreich nicht. "Gewerkschaften und Betriebsräte setzen sich auch für flexible Arbeitszeitmodelle ein, sofern entsprechende Lohnausgleiche sowie längere und kalkulierbare Freizeitblöcke bei möglichst hoher Zeitsouveränität für die Beschäftigten im Vordergrund stehen", betont Kalliauer.

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