Volkshilfe: Illegale Pflege muss politisch gelöst werden

Wien (OTS) - Die illegale Pflege hat in den vergangenen Jahren die Probleme im Pflegebereich zugedeckt. Daher braucht es dringend eine politische Lösung, das Verhängen von Strafen ist zu wenig.

Die Volkshilfe und andere große Pflegeanbieter haben in den vergangenen Jahren wiederholt darauf aufmerksam gemacht, dass dem Bedürfnis der Menschen nach verstärkter Pflege und Betreuung zu Hause kein entsprechendes legales Angebot gegenübersteht. Denn mit den derzeitigen Rahmenbedingungen und Förderungen kann Pflege rund um die Uhr legal nicht angeboten und finanziert werden.

Der Geschäftsführer der Volkshilfe Österreich Erich Fenninger nimmt dazu Stellung: "Jetzt ist es zu ersten Anzeigen bei illegaler Pflege gekommen. Aber jene Menschen zu kriminalisieren, die in ihrer Not und Verzweiflung zu den Diensten von illegalen Anbietern greifen, ist aus unserer Sicht keine Lösung. Die politisch Verantwortlichen haben sich bisher nobel zurück gehalten und diese Entwicklung toleriert, weil sie sich dadurch viel Geld erspart haben. Doch mit dieser "Politik mit Augenzwinkern" muss jetzt Schluss sein. Daher fordert die Volkshilfe Österreich einen Runden Tisch zum Thema Illegale Pflege. Neben Sozial- und Wirtschaftsminister sollten auch die Sozial- und Finanzlandesräte der Bundesländer daran teilnehmen. Denn es müssen politische Rahmenbedingungen geschaffen werden, die es den legalen Pflegeanbietern ermöglichen, dem Bedürfnis der Menschen nach verstärkter Pflege und Betreuung zu Hause nachzukommen."

Abschließend stellt Fenninger fest, "dass durch die derzeitige Entwicklung den neuen EU-Staaten Tschechien, Slowakei und Ungarn zunehmend die Pflegekräfte im eigenen Land fehlen. Dafür kann in Österreich das Job-Potenzial des Pflegebereichs nicht genutzt werden. Die derzeitige Situation ist daher rechtlich nicht haltbar und führt auch zu unzumutbaren Bedingungen für die Menschen, die diese Dienste durchführen. Denn ein Monat lang keinen freien Tag zu haben, eigentlich rund um die Uhr im Dienst zu sein, das sind Arbeitsbedingungen aus dem 19. Jahrhundert. Diese Dienstbotengesellschaft hat in einem der reichsten Länder der EU nichts verloren."

Die Pflege und Betreuung von alten und kranken Menschen ist eine große gesellschaftliche Aufgabe. Zur Bewältigung dieser Herausforderung ist ein breiter Mix an Angeboten nötig, die von Respekt und Menschlichkeit getragen sind und zu einem Alter in Würde beitragen. Mit illegalen Methoden ist langfristig niemandem genützt, sie verdecken nur eine Schwachstelle des österreichischen Sozialsystems und schaden dem Wirtschaftsstandort Österreich.

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