Neues Volksblatt: "Zug zum Tor" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 2. August 2006

Linz (OTS) - Mit einem Halbsatz hat ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer klar gestellt, dass die Reform des Gewerkschaftsbundes auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben wird. Der Bundeskongress Anfang 2007, so wird Hundstorfer in einer Aussendung zitiert, sei "die erste Zwischenetappe der ÖGB-Reform". Im Klartext: In einem halben Jahr präsentiert der interimistische Präsident nicht eine an Haupt und Gliedern erneuerte Arbeitnehmervertretung, sondern man will offenbar den verbliebenen Getreuen bloß ein Placebo verabreichen. Das Wasserglas zum Runterschlucken ist bereits das neue Logo. Dass der im Zuge des BAWAG-Skandals ins Wanken geratene Koloss nicht von heute auf morgen zu stabilisieren ist, war klar - zu viel war da in der Vergangenheit schief gelaufen. Aber trotzdem zeigt sich, dass der Aufbruch zu neuen Ufern viel zu zögerlich von statten geht. Reformgruppen konstituieren sich erst, die Mitglieder werden im September befragt, dann müssen die (roten) Gewerkschafter für die Gusenbauer-SPÖ wahlkämpfen, die auf den Vorsitz schielenden Granden belauern einander misstrauisch: Unter Zug zum Tor versteht man etwas anderes.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001