AUGE/UG: "Leitl greift wieder einmal in neoliberale Mottenkiste einer falschen Arbeitsmarktpolitik!"

Alternative und Grüne GewerkschafterInnen beurteilen Leitls Forderungen nach Ausdehnung der Arbeitszeiten als "noch stärkere Dosierung falscher Medizin" gegen Arbeitslosigkeit.

Wien (OTS) - "Leitls wieder einmal vorgebrachte Forderung nach
einer Ausdehnung der Arbeitszeiten nach der Formel 10-12-60 (zehn Stunden Normalarbeitszeit, zwölf Stunden maximal zulässige tägliche Arbeitszeit, 60 Stunden maximal zulässige wöchentliche Arbeitszeit) kann nur als noch stärkere Dosierung einer falschen Medizin oder als Griff in die neoliberale Mottenkiste bezeichnet werden," kommentiert Markus Koza, Bundessekretär der Alternativen und Grünen GewerkschafterInnen (AUGE/UG) und Vertreter der UG (Unabhängige GewerkschafterInnen) im ÖGB-Bundesvorstand die heute wieder "an 'täglich grüßt das Murmeltier' erinnernde vorgetragene Forderung der Wirtschaft nach einer de facto Verlängerung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich."

"Wie Leitl mit 'länger arbeiten bei weniger Lohn' in den nächsten zehn Jahren Vollbeschäftigung erreichen will, bleibt ein Rätsel:
warum Betriebe mehr Beschäftigte einstellen sollen, wenn bestehende Belegschaften länger um weniger Geld arbeiten 'dürfen', weiß wohl nur Leitl selbst," so Koza weiter. "Die Flexibilisierung der Arbeitsmärkte, wie sie europaweit seit Jahren betrieben wird, hat die Beschäftigungskrise nicht bekämpft, sondern im Gegenteil sogar verschärft. Sie hat nur ein mehr an atypischer, prekärer Beschäftigung bei gleichzeitig sich verfestigender und sogar steigender Arbeitslosigkeit mit sich gebracht. Leitl will nun noch mehr falsche Medizin höher dosieren und damit die Krise am Arbeitsmarkt nur noch weiter verschärfen."

Faktum ist, dass die Produktivität/Beschäftigten in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen ist - 2005 alleine um 1,3 % - die Löhne allerdings hinter dieser Entwicklung deutlich zurückgeblieben sind - über Jahre hinweg (2005 Realeinkommen/Kopf brutto: + 0,4 %). "Statt weiter unter dem Schlagwort 'Flexibilisierung' getarnte Lohnkürzungsprogramme zu forcieren, sind intelligente, moderne Arbeitszeitlösungen gefragt, die eine gerechtere Verteilung von Arbeit, Zeit und Geld für die ArbeitnehmerInnen mit sich bringen -Modelle zur Verkürzung der Lebens-, Wochen- und Tagesarbeitszeit bei Einkommensausgleich. Produktivitätsfortschritte sollen nicht nur in einer Erhöhung der Löhne, sondern vor allem auch in einer Verkürzung der Arbeitszeit ihren Niederschlag finden. Weitere neoliberale Flexibilisierungsmodelle, die längst gescheitert sind und nur eine weitere Umverteilung von Arbeit zu Kapital mit sich bringen sind jedenfalls klar abzulehnen und sollten dort bleiben, wo sie sind - in der neoliberalen Mottenkiste, gut verschlossen," schließt Koza.

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Alternative und Grüne GewerkschafterInnen
Markus Koza, Bundessekretär, Tel: 0676/951 27 82

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