GPA Proyer: Leitls Arbeitszeitinitiative unverständlich

Arbeitszeitflexibilisierung ja, Gehaltskürzungen nein

Wien (GPA/ÖGB) - Die Wünsche von WKO-Präsident Leitl, Verhandlungen über eine weitere Flexibilisierung der Arbeitszeit neu anzugehen, sind für den stv. Bundesgeschäftsführer der GPA, Karl Proyer, nicht nachvollziehbar. "Mit vielen Arbeitgeberverbänden der Wirtschaftskammer finden laufend Verhandlungen statt und brachten auch Ergebnisse, wie zuletzt in der Elektro- und Elektronikindustrie. Allerdings gibt es noch immer viele Wirtschaftsvertreter, die die Arbeitszeitflexibilisierung als reine Möglichkeit der Kosteneinsparung und Gehaltskürzung sehen. Hier wird es auch hinkünftig keine Vereinbarungen geben."++++

Die GPA bedauert, dass innovative Arbeitszeitmodelle von den Unternehmen trotz vereinbarter Rahmenbedingungen nicht angeboten werden. Beispielsweise wird die kollektivvertraglich geschaffene Möglichkeit der Vier-Tage-Woche - mit erweiterten Tagesarbeitszeiten - praktisch nicht angenommen.

Es gibt im Zusammenhang mit der Arbeitszeitgestaltung seitens der Verhandlungspartner auf Arbeitgeberseite kaum die Bereitschaft, ernsthaft über das Thema Aus- und Weiterbildung zu verhandeln. Stattdessen wurde - offenbar mit Zustimmung der Wirtschaftskammer -vor kurzem ein dubioses Bundesgesetz über die Rückzahlung von Ausbildungskosten geschaffen, welches den Unternehmen Kostengeschenke im Einzelfall in der Höhe von bis zu einem Monatsgehalt pro Jahr bringen kann, argumentiert man in der GPA.

Zu den Aussagen Leitls bezüglich der AUA stellt der stellvertretende GPA-Bundesgeschäftsführer hinsichtlich des Kollektivvertrages für das Bodenpersonal fest: "Der AUA-Kollektivvertrag wird wie jedes Jahr im Herbst verhandelt. Wir werden uns dann mit den Forderungen der Arbeitgeberseite beschäftigen, wenn die Kollektivvertragsverhandlungen anstehen."

ÖGB, 1. August
2006
Nr. 519

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