ÖGB-Leutner: Mehr als 246.000 Arbeit Suchende im Juli - "Alles andere als ein Grund zum Jubeln"

Maßnahmen zur Reduktion der Jugendarbeitslosigkeit sowie steuerliche Entlastung für kleine und mittlere Einkommen gefordert

Wien (ÖGB) - "Mehr als 246.000 Menschen auf Arbeitssuche im Juli, einem der jahreszeitlich bedingt besten Monate für den Arbeitsmarkt -das ist wahrlich kein Grund zum Jubeln", sieht Dr. Richard Leutner, Leitender Sekretär im ÖGB, die heute, Dienstag, veröffentlichten Arbeitsmarktdaten deutlich weniger rosig als Minister Martin Bartenstein. Tatsächlich ist die Zahl der Arbeit Suchenden - auch SchulungsteilnehmerInnen haben keinen Arbeitsplatz - im Vergleich zum Juli des Vorjahres um nicht einmal 5.000 zurückgegangen.++++

Anlass zu großer Sorge gibt auch die hohe Jugendarbeitslosigkeit. "Hier ist der Anstieg seit 2000 besonders drastisch: Im Jahresdurchschnitt ist die Jugendarbeitslosigkeit um 80 Prozent gestiegen, und auch die Lehrstellenlücke ist nach wie vor Besorgnis erregend", sagt der Leitende Sekretär. So stehen sogar im Juli dieses Jahres 10.642 Lehrstellen Suchenden lediglich 4.132 offene Stellen gegenüber. Leutner geht davon aus, dass in den kritischen Monaten im Herbst das Auffangnetz für Jugendliche, die keine betriebliche Lehrstelle finden, neuerlich um mindestens 10.000 Stellen ausgeweitet werden muss.

Anstatt willkürliche Jahresvergleiche mit 1998 vorzunehmen, wäre

es wichtig, folgende beschäftigungspolitischen Maßnahmen umzusetzen: O eine sofortige steuerliche Entlastung der kleinen und mittleren Einkommen in Höhe von einer Milliarde Euro für mehr Dynamik in der Wirtschaft O verstärktes Wahrnehmen der Verantwortung der Wirtschaft für mehr Lehrstellen und Ausbildungsplätze O sowie mehr Plätze an berufsbildenden mittleren und höheren Schulen.(fk) ÖGB, 1. August 2006 Nr. 516

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