Greenpeace: Kurskorrektur statt Dumping-Preise beim Verkehr

Flächendeckende Lkw-Maut und höhere Dieselbesteuerung

Wien (OTS) - Die vergangenen Wochen haben einmal mehr gezeigt,
dass Österreichs Verkehrspolitik in einer Sackgasse steckt. "Während die Ozonwerte neue Rekorde erreicht haben, fährt es sich aufgrund zu geringer Straßenbenützungskosten und vergleichsweise niedriger Dieselsteuern nirgendwo so billig Auto wie in Österreich", kritisiert Greenpeace-Verkehrssprecher Jurrien Westerhof.

In den meisten Nachbarstaaten beträgt die Dieselbesteuerung derzeit rund vierzig Cent pro Liter, in Deutschland sogar 47 Cent pro Liter. In Österreich fällt die Dieselbesteuerung mit 30 Cent pro Liter deutlich geringer aus. In der Folge nutzen auch viele Transportunternehmen diesen Preisunterschied, mittlerweile geht jeder Dritte in Österreich verkaufte Liter Dieseltreibstoff auf das Konto des Tanktourismus. Dies verschlechtert nicht nur Österreichs Klimabilanz drastisch, sondern führt auch dazu, dass bei jeder Tankfüllung eines Transit-LKW bis zu hundert Euro österreichisches Steuergeld an die Frächter verschenkt wird.

Doch nicht nur der Transitverkehr, auch die österreichischen Autofahrer reagieren auf die vorhandene Preisdifferenz: Nirgendwo in Europa ist der Anteil an Dieselfahrzeuge so hoch wie in Österreich. Die Folgen sind Feinstaub und Ozon, Luftschadstoffe, die vor allem von Dieselfahrzeugen freigesetzt werden.

Greenpeace verlangt neben einer Angleichung der Dieselbesteuerung auf das Niveau der Nachbarstaaten eine nach Kohlenstoffgehalt differenzierte Besteuerung von Diesel. "Obwohl bei der Verbrennung von Diesel um elf bis 13 Prozent mehr CO2 pro Liter Treibstoff entsteht als bei Benzin, ist Diesel steuerlich wesentlich besser gestellt", kritisiert Westerhof. "Derzeit wird die gleiche Menge CO2 aus Dieselmotoren um 35 Prozent niedriger besteuert als die aus Benzinmotoren. Umwelt schonender und auch gerechter wäre es, ein Kilogramm CO2 - egal ob aus der Verbrennung von Diesel oder Benzin stammend - gleich zu besteuern."

Darüber hinaus soll die LKW-Maut auf das gesamte Straßennetz ausgeweitet werden. Derzeit werden lediglich Autobahnen bemautet, die Benutzung des gesamten unterrangigen Straßennetzes ist jedoch weiterhin kostenfrei. Dies führt zu einer zunehmenden Anzahl von Ausweichstrecken. Eine flächendeckende LKW-Maut würde diese Mautflucht unterbinden. Profitieren würden davon als Eigentümer des unterrangigen Straßennetzes auch die Bundesländer. "Für eine Kurskorrektur beim Verkehr ist es unerlässlich, dass die Mauteinnahmen in eine drastischen Verbesserung des Schienennetzes und der öffentlichen Verkehrsmittel investiert werden. Nur so ist das explosive Wachstum des Straßenverkehrs in den Griff zu bekommen", so Westerhof abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Thomas Hohenberger, Greenpeace-Pressesprecher, 0664-5308186
DI Jurrien Westerhof, Greenpeace-Verkehrssprecher, 0664-6126701

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GRP0001