Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Wie sich die Bilder gleichen (von Gabi Russwurm-Biro)

Ausgabe 1. August 2006

Klagenfurt (OTS) - Bilder des Grauens erreichen die Wohnzimmer.
Der Süden des Libanons ist ein einziges Schlachtfeld. Bereits zum zweiten Mal wurde das Dorf Kana Opfer der Aggression Israels. Am 18. April 1996 hatten zahlreiche Zivilisten in einer UN-Basis Schutz gesucht. Nach heftigem Beschuss durch die israelische Artillerie starben damals 106 Zivilisten ...
Wie sich die Bilder gleichen, denn man vermutete auch vor zehn Jahren bei der UNO, dass dieser Angriff Absicht war. Was bleibt nun selbst den schärfsten Kritikern der Hisbollah-Allianz mit Syrien und dem Iran anderes übrig: Nach diesem verheerenden Luftangriff kann kaum noch jemand anders. Die Welt zollt Tribut an alle, die für die Unabhängigkeit des Libanons ihr Leben gelassen haben.
Gott wird uns helfen, denn er ist mit den Gerechten, rufen die Sympathisanten der Hisbollah und sehen sich jetzt schon als moralische Sieger. Eine Welle der Solidarität erfasst die Internationale Gemeinschaft, denn die Bomben Israels treffen neben den radikal-islamistischen Kämpfern auch Zivilisten, Militärbeobachter, Krankenwagen und Hilfskonvois.
Vor allem über eines können sich die erbitterten Gegner Israels freuen: Der Mythos der Unverwundbarkeit des Erzfeindes, der moralischen wie der militärischen, ist erschüttert.

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