Grünewald teilt Bedenken an neuen Gesundheitsplänen

Grüne: Ohne Änderung der Finanzierungsstruktur verkommen Pläne zum Gesundheitswesen zu grauer Theorie

Wien (OTS) - "Wenn sich die gesamte Finanzierungsstruktur im Gesundheitswesen nicht nachhaltig ändert, verkommen alle Pläne zum Gesundheitswesen zu grauer Theorie", so der Gesundheitssprecher der Grünen, Kurt Grünewald, und teilt damit die Bedenken der Gesundheitsexpertin am IHS, Dr. Monika Riedel. "Das Kernproblem bleiben die vielen Akteure mit ihren unterschiedlichsten Eigeninteressen und die Vielfalt von Finanzierungstöpfen in einem häufig kontraproduktiven föderalen System. Viele Ziele der Gesundheitsreform wie die Gesamtbetrachtung von ambulanter und stationärer Versorgung lassen sich nicht allein durch Gesundheitsplattformen lösen. Mangelnde Bundeskompetenzen erschweren die Steuerung von qualitativ hochwertigen Angeboten in Diagnostik und Therapie und sind letztlich auf Einsicht und 'good will' der Länder, Kassen und Ärztekammer angewiesen. Es wird die Gefahr übersehen oder verniedlicht, dass so womöglich Kosten nur betriebswirtschaftlich verschoben werden, ohne dass es zu volkswirtschaftlichen Konsequenzen kommt", kritisiert Gründewald.

"Es ist eine Illusion zu glauben, eine Bettenreduktion im stationären Bereich oder die Umwidmung von Akutbetten in Krankenastalten würden Nettoeinsparungen bringen. Ungeachtet dessen, dass der niedergelassene Sektor nicht so strukturiert ist, dass er Spitalsleistungen immer ohne Qualitätsverlust anbieten könnte, wird er dies nicht um Gottes Lohn tun. So weit sollte man die Ärztekammer schon richtig einschätzen" so Grünewald. Letztlich wurden zu viele Konzessionen und Abstriche gemacht, als dass hier in nächster Zeit Wunder zu erwarten sind.

Für einen der schwerwiegendsten Fehler hält Grünewald, dass überregionale Planung von Leistungsangeboten, insbesondere die Konzentration spezifischer Spitzenleistungen (beispielhaft Kinderherzchirurgie) nur als "Kannbestimmung" im Gesetz verankert wurden. Auch eine stärkere Einbindung und Mitverantwortung der Krankenkassen im stationären Bereich scheint für Grünewald ein Gebot der Zeit zu sein. "Die Realität ändert sich nicht, wenn man sie durch die rosarote Brille der Wahlwerbung aus betrachtet", warnt Grünewald vor zu euphorischer Betrachtung.

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