Kinderbetreuungsgeld (1): Jeder zweite Vater in Karenz verdient dazu

Dazuverdienen muss leichter möglich sein, damit mehr Männer in Karenz gehen - AK fordert Reform beim Kinderbetreuungsgeld und Wiedereinstiegshilfen

Wien (OTS) - Keine Rede von partnerschaftlicher Teilung der Kinderbetreuung: Viele Familien können es sich finanziell nicht leisten, auf das Einkommen des Mannes zu verzichten. Schuld daran ist auch die Regelung des Kinderbetreuungsgelds. Starre Zuverdienstgrenzen sorgen dafür, dass nur 3,4 Prozent der Väter überhaupt in Karenz gehen. Doch wenn, dann nützen sie die Zuverdienstmöglichkeit stärker als Frauen, zeigt eine aktuelle AK-Erhebung: Jeder zweite Mann in Karenz verdient zum Kinderbetreuungsgeld dazu. Hingegen ist nur jede vierte Frau berufstätig, während sie Kinderbetreuungsgeld bezieht. Auch bei der Höhe des Zuverdiensts haben Väter die Nase vorn: Sie verdienen viel häufiger als Mütter über der Geringfügigkeitsgrenze von 333 Euro. "Wir wollen Erleichterungen für Männer, sich an der Kinderbetreuung zu beteiligen - mehr Partnerschaftlichkeit erleichtert auch den Wiedereinstieg der Frauen", so Ingrid Moritz, Leiterin der Abteilung Frauen - Familie in der AK Wien. Die AK fordert eine Reform des Zuverdiensts: Eltern sollen in Zukunft frei entscheiden können, ob sie sich an die bisherige Geldgrenze oder an eine Arbeitszeitgrenze von 24 Stunden pro Woche halten.

"Dass ein Viertel aller BezieherInnen nebenbei verdient, ist positiv - nicht nur als Beitrag zur Existenzsicherung, sondern auch für den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt", so Moritz.

Details zur Struktur der KinderbetreuungsgeldbezieherInnen: Frauen Männer gesamt Beziehen 158.870 5.641 164.511 Kinderbetr.geld (96,6 %) (3,4 %) (100 %) Verdienen dazu 38.674 3.155 41.896 (24,3 %) (56 %) (25,5 %) Verdienen mehr 27.109 2.778 29.887 als 333 Euro (17 %) (49 %) (18,2 %)

Jeder 2. Mann hat neben dem Kinderbetreuungsgeld ein Einkommen, während nicht einmal jede 4. Frau dazuverdient. Dabei liegen Männer auch viel häufiger über der Geringfügigkeitsgrenze von 333 Euro pro Monat.

(Forts)

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