Wir gratulieren Runde Geburtstage im August

Wien (PK) – Im August feiern folgende (ehemalige) MandatarInnen runde Geburtstage:

der ehemalige Abgeordnete Franz KÖCK (S) – 75. Geburtstag am 8. August,

der ehemalige Bundesrat Ing. Georg LEBERBAUER (V) – 80.
Geburtstag am 10. August,

der Bundesrat Ökonomierat Ing. Siegfried KAMPL (OF) – 70. Geburtstag am 13. August,

der Staatssekretär a.D. und ehemalige Abgeordnete Ökonomierat
Ing. Gerulf MURER (F) – 65. Geburtstag am 19. August,

der Landeshauptmann und Landeshauptmann-Stellvertreter von
Kärnten a.D. und ehemalige Bundesrat Dr. Peter AMROZY (S) – 60. Geburtstag am 20. August,

der ehemalige Präsident der Parlamentarischen Versammlung des Europarates Abgeordneter Dr. h.c. Peter SCHIEDER (S) – 65. Geburtstag am 20. August,

der ehemalige Abgeordnete Josef WILLE (S) – 80. Geburtstag am 20. August,

der ehemalige Bundesrat Studienrat Ing. August EBERHARD (V) – 65. Geburtstag am 26. August,

der ehemalige Abgeordnete Ökonomierat Otto KELLER (V) – 80. Geburtstag am 27. August,

die ehemalige Abgeordnete Maria METZKER (S) – 90. Geburtstag am 30. August.

Peter Schieder 65

Der Nestor der heimischen Innenpolitik begeht am 20. August
seinen 65. Geburtstag. Peter Schieder, vor 36 Jahren erstmals zum Abgeordneten gewählt, wurde 1941 in Wien geboren. Nach der Volksschule wechselte er auf das Gymnasium und maturierte 1960,
um sodann ein Jus-Studium zu beginnen. Wenn er dieses auch nicht beendete, so kam Schieder später doch zu akademischen Ehren, als
er 2004 von der Universität Bukarest ein Ehrendoktorat für Politikwissenschaften verliehen bekam.

Schon früh zog es Schieder in die Politik, er trat der Sozialistischen Jugend bei, für die er alsbald journalistisch tätig wurde. 1962 übernahm er die Chefredaktion des Zentralorgans der SJ, "Trotzdem", dem er ein zeitgemäßes Image verpasste. Zwei Jahre später wurde er als Nachfolger von Peter Strasser und Heinz Nittel zum dritten Verbandsobmann in der Geschichte der SJÖ gewählt. Auch im internationalen Feld bewährte sich Schieder, der im Rahmen der Sozialistischen Jugendinternationale IUSY eine bedeutende Stellung einnahm.

Im März 1970 zog Peter Schieder als Jugendkandidat für die SPÖ in den Nationalrat ein, wo er sich alsbald auch als Umweltexperte
einen Namen machte. Sein damaliger Klubobmann Leopold Gratz holte ihn denn auch 1973 in den Wiener Stadtsenat, wo Schieder das Amt
des Umweltstadtrates übernahm, das er in der Folge elf Jahre lang ausübte. In seine Amtszeit fielen so bedeutende Maßnahmen wie die Errichtung der Donauinsel, die WIG 74, der Ausbau des Grüngürtels und die Hebung der Gewässerqualität.

Im September 1984 kam es zu einem umfangreichen Revirement in der SPÖ. Bundeskanzler Sinowatz bildete seine Regierung grundlegend
um und holte Leopold Gratz als Außenminister in sein Kabinett, während der bisherige Unterrichtsminister Helmut Zilk Gratz als Bürgermeister nachfolgte. Peter Schieder schied gleichfalls aus
der Stadtregierung aus und übersiedelte wieder in den
Nationalrat, wobei er gleichzeitig des Posten des
Zentralsekretärs der SPÖ übernahm. Dieses Amt übte er bis zum Parteitag im Mai 1988 aus, bei dem Sinowatz durch Franz Vranitzky als Parteiobmann abgelöst wurde.

Schieder konzentrierte sich ab diesem Zeitpunkt auf seine parlamentarische Arbeit. Er wurde stellvertretender Klubobmann
der SPÖ und in der Folge außenpolitischer Sprecher seiner Partei. Seit 1994 hat er im Außenpolitischen Ausschuss des Nationalrates den Vorsitz inne. Ein Jahr später wurde er zudem Fraktionsvorsitzender der sozialdemokratischen Mandatare im Europarat, eine Funktion, die er 2002 niederlegte, als er
Präsident der Parlamentarischen Versammlung des Europarates
wurde. Zudem vertrat er Österreich in der IPU und war lange Jahre Leiter der österreichischen Delegation bei der COSAC.

Innerhalb seiner Partei hatte Schieder zahlreiche wichtige Ämter inne, so gehörte er dem Bundes- und dem Wiener
Landesparteivorstand an und amtierte viele Jahre als Vorsitzender der Penzinger SPÖ. Auch dem Journalismus blieb Schieder in vielerlei Formen verbunden, so war er unter anderem 27 Jahre lang Mitglied des ORF-Kuratoriums.

Sepp Wille 80

Einen runden Geburtstag feiert am 20. August auch Josef Wille, langjähriger Klubobmann der SPÖ. Geboren 1926 in Landeck, begann er nach Absolvierung der Pflichtschule eine Mechanikerlehre und avancierte später zum Werkmeister. 1957 trat er in die Dienste
des ÖGB, wo er für das Organ der Metaller verantwortlich zeichnete. Acht Jahre später wurde er leitender Sekretär der Gewerkschaft MBE, daneben fungierte er als Chefredakteur der zentralen Gewerkschaftszeitung "Welt der Arbeit". In den 60er
Jahren war er zudem in etlichen Aufsichtsräten tätig, so unter anderem in der ÖIAG und in der ÖMV.

Im November 1971 wurde Wille als Kandidat der SPÖ in den Nationalrat gewählt, wo er sich bald als Experte für Wirtschafts-und Sozialfragen etablierte. Den Höhepunkt seiner politischen Karriere erlebte er jedoch nicht in der "Ära Kreisky", sondern in jener der "Kleinen Koalition", avancierte Wille doch als
Nachfolger von Heinz Fischer, der in der Regierung Sinowatz den Posten des Wissenschaftsministers übernommen hatte, im Juni 1983 zum Klubobmann der sozialistischen Fraktion. In dieser Funktion
kam ihm in den folgenden drei Jahren eine zentrale
innenpolitische Rolle zu. Mit Ende der 16. Gesetzgebungsperiode
zog sich Sepp Wille in die Pension zurück, wo er seitdem seiner Leidenschaft für die Literatur folgt. 1996 veröffentlichte Wille einen eigenen Lyrikband des Titels "Jedem das Seine". (Schluss)

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