Kiermaier kritisiert halbherziges Vorgehen der Regierung gegen Pleitewelle

Wirtschaftsverband NÖ-Präsident: Insolvenzen nehmen im Gewerbe, in der Transportwirtschaft und bei Beratungsdienstleistungen weiter zu

St. Pölten (SPI) - Als halbherzig kritisiert der Präsident des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes NÖ, Günter Kiermaier, das Vorgehen der Regierung gegen die Pleitewelle. Er verweist darauf, dass in den Sparten Gewerbe und Handwerk, Information und Consulting sowie im Bereich Transport und Verkehr die Zahl der Insolvenzen im ersten Halbjahr 2006 höher ist als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, das einen Pleitenrekord brachte.
"Damit stehen wir vor der Situation, dass die Zahl der betrieblichen Insolvenzen insgesamt zwar um rund 6 Prozent zurückgeht, in Kernbereichen unserer Wirtschaft aber stark zunimmt. Immer mehr sind Kleinbetriebe betroffen", berichtet Kiermaier.

"In der Sparte Gewerbe und Handwerk stieg die Zahl der Insolvenzen laut Creditreform bundesweit um 12,7 Prozent. Zuletzt mussten hier ganze Branchen Verluste hinnehmen. Das ist deshalb besonders schwerwiegend, weil diese Sparte die meisten Beschäftigten aufweist. Ein Grund für die problematische Entwicklung ist, dass die öffentlichen Aufträge an Gewerbe und Handwerk seit 1999 um rund ein Drittel abgenommen haben. Und das, obwohl stärkere Investitionen in Gebäude und Infrastruktur höchst notwendig wären."

"In der Sparte Transport und Verkehr verdoppelte sich die Zahl der Pleiten im Vergleich zum ersten Halbjahr 2005 beinahe", so Kiermaier. "Aber auch im Bereich Information und Consulting gibt es heuer wesentlich mehr Insolvenzen. Der Anstieg der Pleiten bei diesen Beratungsdienstleistungen auf weit über 1.000 stimmt nicht nur wegen dieser erschreckend hohen Zahl nachdenklich. Zu berücksichtigen ist auch, dass diese Sparte für viele Neugründungen verantwortlich zeichnet. Man muss daher davon ausgehen, dass zwischen diesen beiden Trends ein Zusammenhang besteht und zahlreiche junge Unternehmen nicht lange überleben und in die Insolvenz schlittern."

"Erfreulicherweise haben andere Sparten, wie der Handel oder die Tourismuswirtschaft, in den letzten Monaten einen Rückgang der Insolvenzen erlebt. Es bleibt jedoch der bittere Beigeschmack, dass es bei einer engagierteren Förderung der Klein- und Mittelbetriebe erst gar nicht zu einer derart hohen Zahl an Pleiten gekommen wäre, wie wir sie nun haben. Mit den Unternehmen wären auch viele Arbeitsplätze erhalten geblieben", stellt Kiermaier abschließend fest.

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