Projekt zum Schutz der Ziesel in NÖ wird fortgesetzt

Verlängerung der Fragebogenaktion bis Ende August

St. Pölten (NLK) - Im Vorjahr hat der Naturschutzbund NÖ gemeinsam mit dem Landesjagdverband und unter Mitfinanzierung des NÖ Landschaftsfonds ein Projekt zum Schutz der Ziesel in Niederösterreich gestartet. Im ersten Schritt ging es darum, im Rahmen einer Felderhebung bereits bekannte Vorkommen dieser Tierart zu überprüfen bzw. mittels einer Fragebogenaktion bei der niederösterreichischen Bevölkerung die Projektverantwortlichen über Ziesel-Vorkommen zu informieren. Dank der Mithilfe der Bevölkerung konnten dabei zahlreiche neue Vorkommen entdeckt werden. Auf Grund der Vermutung, noch auf weitere, bisher unentdeckte Vorkommen stoßen zu können, wird die Fragebogenaktion noch bis Ende August dieses Jahres fortgesetzt. Entsprechende Fragebögen können unter 01/402 93 94 bzw. unter e-mail noe@naturschutzbund.at angefordert werden. Auf Grundlage dieser derzeit laufenden Erhebungen wird der Naturschutzbund NÖ konkrete Maßnahmen zum Schutz der Ziesel erarbeiten und zum Einsatz bringen.

Im Zuge der Felderhebung wurden von April bis August 2005 insgesamt 180 Vorkommen von Zieselpopulationen überprüft. Dabei stellte sich heraus, dass viele dieser Standorte von den Tieren nicht mehr besiedelt werden: Etwa ein Drittel der Koloniestandorte ist nicht mehr besetzt, auf einem weiteren Drittel finden sich nur noch Restvorkommen. Das verbleibende Drittel wird von kleinen bis mittelgroßen Populationen zwischen 10 und 100 Tieren bewohnt.

Weiters ergab die Felderhebung, dass Ziesel vier spezielle Lebensraumtypen bevorzugen: Weingärten mit beständig kurz gehaltenem Bodenbewuchs; regelmäßig gemähte Rasen auf Sport- und Flugplätzen bzw. Betriebs- und Kasernenflächen; mit Rainen, Wiesenstreifen und Brachen strukturierte Ackerlandschaften sowie natürliche Trocken- und Halbtrockenrasen.

Schwerpunktmäßig finden sich die Zieselpopulationen im Raum Krems, im südöstlichen Weinviertel, im Arbesthaler Hügelland und in der Umgebung von Wiener Neustadt. Die größten Kolonien wurden unter anderem am Golfplatz Föhrenwald, auf den Flugfeldern am Spitzerberg, im Westen von Wiener Neustadt sowie im Weinbaugebiet bei Mautern entdeckt.

Als wahrscheinliche Gründe für das Verschwinden zahlreicher Zieselpopulationen werden das Fehlen von Verbundhabitaten und die damit einhergehende Isolation sowie das Zuwachsen der Flächen angesehen. Die Zunahme von Brachflächen und die vermehrte Anlage von Weingartenbegrünungen als Erosionsschutz dürfte dagegen zumindest regional zu einer Erholung der Bestände beitragen.

Nähere Informationen: Naturschutzbund NÖ, Mag. Barbara Grabner, e-mail barbara.grabner@naturschutzbund.at.

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