Broukal protestiert gegen Ende der Arbeitsmedizin an MedUni Wien

"Vermisse Aufschrei von Gehrer und Rauch-Kallat" - Fall von Missbrauch der Autonomie?

Wien (SK) - SPÖ-Wissenschaftssprecher Josef Broukal übt scharfe Kritik am Plan der MedUni Wien (MUW), deren klinische Abteilung für Arbeitsmedizin zu schließen. "Ich vermisse einen Aufschrei der Ministerinnen Gehrer und Rauch-Kallat gegen dieses Vorhaben. Österreich wäre der einzige Industriestaat der Welt ohne Lehrkanzel für Arbeitsmedizin. Es kann nicht sein, dass die Heilung arbeitsinduzierter Erkrankungen als Forschungsfeld nicht mehr leistbar sein soll und der Gesundheit der Beschäftigten keine Bedeutung mehr beigemessen wird", erklärte Broukal am Dienstag. Sollte das Vorhaben von Rektor Schütz tatsächlich umgesetzt werden, wäre dies "ein klassisches Beispiel, dass universitäre Autonomie nicht nur ge-, sondern auch missbraucht werden kann". ****

Der SPÖ-Abgeordnete räumte ein, dass die durch Arbeit induzierten Erkrankungen in den vergangenen Jahrzehnten einem starken Wandel unterlagen. "Die Arbeitsbedingungen konnten vielerorts durch den technologischen Fortschritt ebenso verbessert werden wie durch den beharrlichen Einsatz von Gewerkschaften und Betriebsräten. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Arbeitsmedizin vor keinen neuen Herausforderungen mehr steht", so Broukal. Der lapidare Kommentar von MUW-Rektor Schütz, man könne nicht in allen Disziplinen Spitzenforschung betreiben, sollte bei Gehrer und Rauch-Kallat die Alarmglocken schrillen lassen: "Die 70-jährige Tradition der Arbeitsmedizin an der Universität Wien darf nicht einfach mit dem Handstreich eines Rektors beendet werden", mahnte der SPÖ-Abgeordnete abschließend. (Schluss) ah/mp

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