Eisenbahner und VCÖ fordern rasche Einführung einer Mobility-Card

Mit einem Ticket im Scheckkartenformat in ganz Österreich mobil

Wien (GdE/ÖGB) - Die Eisenbahnergewerkschaft (GdE) und der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) forderten Dienstag in einer gemeinsamen Pressekonferenz in Wien die rasche Einführung einer so genannten "Mobility-Card". ++++

Mit einer solchen "Mobility-Card" könnten mehr Menschen zu Gelegenheits- und VielfahrerInnen im Öffentlichen Verkehr gemacht werden, weil das Chipkarten-Ticket im Scheckkartenformat die Zugangsbarrieren senkt und besonders benutzerfreundlich sei, betonte der Vorsitzende der Eisenbahnergewerkschaft, Wilhelm Haberzettl.

Seitens des VCÖ wies der Leiter der VCÖ-Verkehrspolitik, DI Martin Blum, darauf hin, dass die Einführung einer flächendeckenden Chipkarte im Öffentlichen Verkehr sowohl den Fahrgästen, als auch den Verkehrsunternehmen und der öffentlichen Hand nützt. Eine Studie des VCÖ rechnet mit einem gesamtwirtschaftlichen Netto-Nutzen des Chipkartensystems für Österreich von rund 750 Millionen Euro innerhalb von 14 Jahren. Derzeit sind für die Fahrt von der Wiener Innenstadt zum Linzer Hauptplatz drei Fahrkarten, die am Fahrkartenschalter oder am Automaten gekauft werden können, nötig. Nach dem Umstieg auf ein Chipkartensystem entfallen Wartezeiten und es müssten keine Gedanken an den Kauf des Tickets verschwendet werden. In der U-Bahn-Station in Wien wird die Chipkarte am kontaktlosen Lesegerät vorbeigeführt. Das Aussteigen kann entweder automatisch erkannt werden oder durch Auschecken am Zielort. Der Fahrpreis wird automatisch berechnet und von einem Guthaben oder von einem Konto abgebucht. Auf der Chipkarte können auch Zeitkarten, beispielsweise eine Jahreskarte einer Stadt, oder Halbpreis-Ermäßigungen aufgebucht werden.

Haberzettl erinnerte daran, dass die Eisenbahnergewerkschaft mit ihrer Kampagne "Österreich steht auf der Straße - ohne Bus und Bahn" die so genannte "Nahverkehrs-Reform" der Bundesregierung verhindert hat, die zu einem Kahlschlag im Öffentlichen Verkehr geführt hätte. Nun müsse man von der Sicht des Finanzministers, der den Öffentlichen Verkehr ausschließlich nach dem Kostenprinzip beurteile, wegkommen zu positiven Ansätzen für den Öffentlichen Verkehr. "Wir stellen die NutzerInnen des Öffentlichen Verkehrs in den Mittelpunkt" - wozu die Mobilitätskarte ein wesentlicher Baustein sei: Die "Mobility-Card" soll einen Öffentlichen Verkehr schaffen, der die Menschen nicht als Fahrgäste von Haltestelle zu Haltestelle verstehe, sondern als Mobilitätsbedürftige von Tür zu Tür. Die Gewerkschaft der Eisenbahner und die neue Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft "vida" sehen sich als Garanten für die Bereitstellung eines Öffentlichen Verkehrs, den die Menschen brauchen, schloss Haberzettl.
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Fotos von der Pressekonferenz ab 12.00 Uhr auf www.pressefotos.at

ÖGB, 25. Juli 2006 Nr. 505

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