ÖAMTC: "Schwarzfahrer" ohne Führerschein - 40 Prozent alkoholisiert

Jeder vierte scheinlose Lenker war 2005 zwischen 14 und 19 Jahre alt

Wien (OTS) - Ein 17-Jähriger verursacht alkoholisiert und ohne Lenkberechtigung einen Unfall, ein 19-Jähriger - ebenfalls ohne Führerschein - fährt das Auto der Eltern zu Schrott. Jugendlicher Leichtsinn, der kein Einzelfall ist. In den vergangenen Wochen häuften sich derartige Meldungen. Laut Unfallstatistik 2005 war jeder vierte Fahrer bei Unfällen mit Personenschaden ohne gültige Lenkberechtigung zwischen 14 und 19 Jahre alt. "Besonders dramatisch ist, dass in dieser Altersgruppe der Anteil an Alkolenkern bei mehr als 30 Prozent liegt", sagt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Dora Donosa.

Gerade Alkohol senkt die Hemmschwelle für riskante Unternehmungen. Leichtsinniges und unüberlegtes Handeln ohne einen Gedanken an die Konsequenzen sind die Folge. Manche können es kaum erwarten, endlich Auto zu fahren und riskieren eine abenteuerliche Spritztour. "Vor allem in der Gruppe kommen manche Jugendliche auf 'blöde' Ideen", erklärt die ÖAMTC-Verkehrspsychologin. Ihr Appell: Besser gemeinsam mit den Eltern auf einen Verkehrsübungsplatz fahren. Außerdem ist es laut Club-Expertin nicht ratsam, den Jugendlichen lange bevor der Führerschein gemacht wird, ein Auto zu kaufen oder zu schenken. Die Verlockung ist für manche einfach zu groß. "Ein Fahrzeug ist kein Spielzeug! Verkehrserziehung endet nicht mit der Volksschule, sondern muss auch im Jugendalter ein Thema bleiben. Der Erwerb des Führerscheins und die dadurch neu gewonnene Freiheit bedeutet aber auch eine große Verantwortung", sagt Donosa.

Jugendlicher Leichtsinn mit fatalen Folgen -Wiederholungstätern droht Haftstrafe

Einen Jugendlichen, der kurz vor der Führerscheinausbildung steht und ohne Schein erwischt wird, können die rechtlichen Konsequenzen hart treffen. Eine zeitliche Sperre zur Führerscheinausbildung und Prüfung ist wahrscheinlich. "Der Strafrahmen für Fahren ohne Lenkberechtigung reicht von 363 bis 2.180 Euro. Wiederholungstätern blüht ab dem zweiten Mal sogar eine Freiheitsstrafe bis zu sechs Wochen. Beim dritten Mal kann es beides setzen", erklärt ÖAMTC-Juristin Ursula Zelenka.

Niederösterreicher, Wiener und Oberösterreicher führen die "Schwarzfahrer"-Statistik an

Fahren ohne Lenkberechtigung ist aber keineswegs nur ein "Jugendphänomen". "Schwarzfahrer" finden sich in allen Altersgruppen. 2005 gab es 407 Unfälle mit Personenschaden mit Lenkern ohne gültigen Führerschein. Niederösterreich führt das Negativ-Ranking mit 78 Unfällen an, gefolgt von Wien mit 73 und Oberösterreich mit 72. In Tirol waren es 30, in Salzburg 29, in Kärnten 27 und in Vorarlberg 24 Unfälle. Im Burgenland gab es mit zehn Unfällen die wenigsten.

Die möglichen Gründe dafür sind laut ÖAMTC-Verkehrspsychologin:
Einige der "Schwarzfahrer" haben den Führerschein nie gemacht. Es kommt mitunter vor, dass ein Lenker jahrelang ohne Führerschein unterwegs ist. "Je mehr Zeit vergeht und er unentdeckt bleibt, desto sicherer fühlt er sich und meint es geht auch ohne Schein. Das Risiko in eine Kontrolle zu kommen wird von solchen Lenkern zunehmend unterschätzt", so Donosa. Ein häufiges Motiv für's Fahren ohne Führerschein ist auch, dass die Lenkberechtigung z.B. infolge von Alkohol am Steuer entzogen wurde, der Fahrzeuglenker unerlaubter Weise aber dennoch fährt.

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