VKI: Attraktivere Informationsangebote sollen wirtschaftliche Zukunft sichern

Neue Schwerpunkte im Gesundheits- und Finanzdienstleistungsbereich.

Wien (OTS) - Seit 45 Jahren testet der Verein für Konsumenteninformation (VKI) Produkte und Dienstleistungen aller Art. Standen zu Beginn Haushaltsgeräte im Mittelpunkt der Tester, so verlagerte sich der Fokus in den letzten Jahren. 2005 wurden neue Schwerpunkte im Gesundheits- und Finanzdienstleistungsbereich gesetzt, mit denen dem gestiegenen Interesse der Konsumenten an diesen Themenbereichen Rechnung getragen wird. In finanzieller Hinsicht läuft die wirtschaftliche Sanierung weiterhin erfolgreich. Im Vorjahr betrugen die Gesamteinnahmen über zehn Millionen Euro, der Eigenfinanzierungsanteil lag bei 72 Prozent. "Vorrangiges Ziel ist es aber unser Informationsangebot für Konsumenten noch attraktiver zu gestalten und damit die Vereinstätigkeit auch künftig zu gewährleisten", nennt Rudolf Schiessl, kaufmännischer Geschäftsführer des VKI, die zentrale Aufgabe der nächsten Jahre.

Trotz des völligen Verzichts auf Inserate in den Publikationen des VKI kann die gesamte Vereinstätigkeit zum überwiegenden Teil aus Erlösen finanziert werden. Der Großteil der Einnahmen wurde durch den Verkauf der Publikationen (Testmagazin "Konsument", VKI-Ratgeber) und Projektarbeiten erwirtschaftet. Dazu zählen etwa die Verbands- und Musterklagen, die der VKI im Auftrag des Bundesministeriums für Soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz (BMSG) führt.

Interesse an Onlineabos steigt Seit 2004 stabilisiert sich die Lage bei den "Konsument"-Printabos, Ende 2005 lag die Zahl der Abonnenten bei 71.672. Erfreulich gut entwickelt sich auch das kostenpflichtige Onlineportal www.konsument.at: Über 30.000 Abonnenten nutzten im Vorjahr das Onlineportal, davon 6.500 reine Onlineabonnenten. Durchschnittlich 5.186 Visits gab es pro Tag, für 2006 zeichnet sich ein neuer Besucherrekord ab. Auch der Einzelheftverkauf hat im Vorjahr im Vergleich zu 2004 deutlich zugenommen und erreichte etwas über 55.000 Exemplare.

Erfreuliche Testbilanz Deutlich gesteigert hat der VKI 2005 auch seine Untersuchungstätigkeit: Insgesamt 95 Waren- und Dienstleistungstests sowie 19 Marktübersichten wurden veröffentlicht, darunter so innovative Tests wie "Senioren testen Handys", der nicht nur bei den Lesern gut ankam, sondern dessen katastrophales Ergebnis auch in der Mobilfunkbranche für einige Aufregung sorgte. Pionierarbeit leistete der VKI mit dem Test von 50 heimischen Geburtenkliniken und dem Vergleich zwischen öffentlichen und privaten Anstalten. Äußerst erfolgreich war auch die Aktion "Lebensversicherungs-Check", zu der der VKI im Vorjahr aufrief: 1.700 Konsumenten nutzten die Gelegenheit, ihre Polizze von den VKI-Versicherungsexperten prüfen zu lassen. Gleichzeitig lieferten die Daten die Basis für einen Anbieter-Vergleich. Bereits seit 2000 testet "Konsument" regelmäßig Unternehmen hinsichtlich ihres sozialen und umweltorientierten Verhaltens. 2005 nahm der VKI die Hersteller von Babynahrung, von Waschmitteln sowie die Erdölbranche unter die Lupe.

VKI-Beratung ist gefragt Fast 200.000 Ratsuchende haben im Vorjahr das VKI-Beratungszentrum in Wien kontaktiert. 34.000 Konsumenten nahmen die kostenpflichtigen Experten-Hotlines in Anspruch: Im Zentrum standen vor allem Anfragen zu Problemen mit verspäteter Lieferung oder mangelhafter Waren und Dienstleistungen. Zudem wurden mehr als 6.300 kostenpflichtige Beratungen durchgeführt, bei dem es vor allem um rechtliche Fragen ging.

Grenzüberschreitende Anfragen nehmen zu Eine deutliche Zunahme der Nachfrage verzeichnete das Europäische Verbraucherzentrum Wien (EVZ), das von der EU eingerichtet wurde und beim VKI angesiedelt ist. 2005 wandten sich 3.600 Konsumenten mit ihren Anliegen an das EVZ. Geschäfte im Fernabsatz und E-Commerce, Probleme mit grenzüberschreitenden Verträgen und Garantien, Reisen und ausländische Reiseveranstalter, Time-Sharing oder die Seriosität verschiedener Gewinn- und Glücksspiele standen dabei im Mittelpunkt der Anfragen.

VKI: Erfolgreiche Klagen Von den im Auftrag des BMSG und der Arbeiterkammern geführten Verfahren wurden 59 Musterprozesse positiv abgeschlossen und damit für Verbraucher insgesamt 320.000 Euro erstritten. Dabei wurde für Konsumenten etwa die Frage der Haftung bei Bankomatkarten-Missbrauch geklärt. Vorprozessual wurde rund eine Million Euro zu Gunsten der Verbraucher einbringlich gebracht. Zudem hat der VKI 2005 300 Allgemeine Geschäftsbedingungen verschiedenster Unternehmen geprüft und Erhebungen eingeleitet. Daneben ging der VKI einer Vielzahl von Verstößen gegen das UWG (Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb) bzw. gegen EU-Recht nach. Insgesamt wurden 46 Verbandsklagen abgeschlossen. Ein - im Lichte der wirtschaftlichen Machtverhältnisse - guter Vergleich gelang dem VKI Ende Dezember mit seiner Sammelklage gegen die Salzburger Sparkasse: Die rund 2.300 Geschädigten des "WEB-Bautreuhand-IMMAG"-Skandal bekamen rund sieben Millionen Euro Schadenersatz.

SERVICE: Weitere Details zum VKI enthält der Tätigkeitsbericht 2005, der dieser Tage veröffentlicht wurde:
http://go.konsument.at/taetigkeitsbericht2005. Auf Wunsch senden wir
auch gerne ein Printexemplar zu.

Rückfragen & Kontakt:

Verein für Konsumenteninformation
Mag. Sabine Burghart
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 01/588 77 - 256
Email: sburghart@vki.or.at

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