NEWS- Exklusiv: Der aktuelle Prüfbericht der Nationalbank zur Bawag-Affäre

Wie in dem brisanten Papier der Milliarden-Skandal in allen Details aufgedeckt wird

Wien (OTS) - - Es besteht bei Karibikgeschäften verdichtender Malversationsverdacht.

- Verdacht in Richtung Veruntreuung hat sich erhärtet.

- Zwischen Bawag und Wolfgang Flöttl gibt es weitere bisher unbekannte Spekulationsgesschäfte, deren Schaden weitere 38 Mio. Euro beträgt.

- Es besteht Unklarheit zwischen Restrukturierungsteam der Bawag und OeNB-Prüfern über die tatsächliche Höhe der eingehobenen Verluste bis Ende 2004.
Das Restrukturierungsteam betitelt die Verluste mit 981 Mio. Euro (Ende 2004). Sie hätten 2000 rund 1,9 Mdn. Euro betragen, seien aber im Laufe der Jahre auf 981 Mio. abgeschrieben worden.

- Die OeNB widerspricht dieser Darstellung. Ihrer Berechnung nach betrage der tatsächlich noch übergebliebene Verlust unter Berücksichtigung aller Abschreibungen per Ende 2004 noch immer 1,375 Mdn. Euro. Aber, so die OeNB die Höhe kann sich noch nach oben verändern.

- Das Flöttl-Vermögen sei nicht rekonstruierbar. Gemälde im Wert von 698 Mio Dollar seien um 237 Mio. Dollar verkauft worden, aber nur 194 Mio. Dollar seien auf Stiftungskonten gelandet. 53 Bilder seien überhaupt verschwunden.
Wohin die Liegenschaftserlöse (254 Mio. Dollar) und der Erlös aus dem Verkauf einer Gulfstream (30 Mio.) gewandert sind, sei unbekannt. Jedenfalls nicht auf Bawag-Konten, kritisiert die OeNB.

- Die Bawag sei bis heute in dubiose Netzwerke verstrickt, stellt die OeNB fest. So wurden einer Briefkastenfirma der Bawag Gelder zweifelhafter Herkunft geortet.

- An Martin Schlaff habe die Bawag bisher unbekannte Kredite über 88 Mio. Dollar gewährt, für die 1 Mio. Dollar Provision an Briefkastenfirmen in Lichtenstein geflossen seien.

Abgesehen von den Kosten des Refcovergleiches sei aus dem Refcokomplex ebenfalls ein gewaltiger Verlust entstanden, stellt die OeNB fest. Dessen Höhe muss erst ermittelt werden. Im Gegensatz zu allen bisherigen Behauptungen sei, sagten die OeNB-Prüfer, beim Refco - Engagement sicher kein Gewinn eingetreten.

NEWS veröffentlicht auch das Ergebnis der Eröffnung der bisher bekannten Elsner-Konten. Demnach sind am Konto der Elsner-Privatstiftung gesamt 2,7 Mio. Euro am Konto der Elsner-Privatstiftung Birdie 65.000 Euro und auf Elsners Privatkonto 25.000,- Euro geparkt.

Laut Gerichtsbeschluss bestehe gegen Elsner der Verdacht auf "Kickbackzahlungen".

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