Wirtschaftlichkeit im Wohnbau soll besser werden

Gemeinsame Initiative von VIBÖ und WKÖ - Referenzwerttabelle soll Kosten senken helfen

Wien (PWK487) - Zu einer gemeinsamen Pressekonferenz hatten heute, Mittwoch, die Wirtschaftskammer Österreich und die Vereinigung Industrieller Bauunternehmen, kurz VIBÖ, zum Thema "Wirtschaftlichkeit im Wohnbau" geladen. In deren Rahmen wurde eine Referenzwerttabelle präsentiert, die die wesentlichen wirtschaftlichen Kriterien (14 Kennzahlen wie Nutzfläche, Fassadenfläche, etc.) im Verhältnis zueinander bewertet. Für Horst Pöchhacker, Präsident der VIBÖ, soll diese Tabelle Einfluss in den Planungsprozess im Wohnbau nehmen.

Erarbeitet wurde diese Tabelle für den Spezialfall Wien, da hier in den vergangenen Jahren im geförderten Wohnbau ein besonderer Schwerpunkt auf architektonische Gestaltung und höherwertige Ausstattung der Objekte gelegt wurde. In den Richtlinien der Wohnbauförderung wurde diesen gesteigerten Ansprüchen nicht Rechnung getragen. Dort werden die maximal pro Quadratmeter Wohnfläche erlaubten Gesamtbaukosten unverändert seit 1994 mit dem Basisbetrag von 1120 Euro pro Quadratmeter gedeckelt.

Für Walter Ruck, Innungsmeister der Landesinnung Wien ist die vorliegenden Tabelle ganz besonders wichtig, da derzeit kaum Kostendeckung bei den Projekten bestehe und teilweise Unterdeckelungen von bis zu 20 Prozent vorhanden seien. Die Schwere zwischen Baukosten, Baupreisen und Förderungsobergrenzen im Wiener Wohnbau öffne sich stetig weiter, nun setzte man alles daran, die Baukosten in den Griff zu bekommen.

"Es muss danach getrachtet werden, bei der Planung und Ausstattung der geförderten Objekte verstärkt Wirtschaftlichkeitskriterien zu berücksichtigen. Ungeachtet dessen, wird jedoch in absehbarer Zeit eine Anhebung der Deckelung unvermeidbar sein", so Pöchhacker. Als Beispiele für "unwirtschaftliches Bauen" nannte Ruck etwa Dachbegrünungen, die in einer Ausschreibung als "lineare Bepflanzung mit essbaren Kleinsträuchern, Gewürzsortimenten und Saison-Biogemüse" geführt wurden und sich mit zusätzlichen Kosten von 90.000 Euro zu Buche schlagen. Auch der steigende Glasanteil bei Fassadenflächen und komplizierte Mauervorsprünge verteuern den Wohnbau.

"Wir schlagen vor, die erarbeiteten Referenzwerte von allen Förderstellen als wirtschaftliche Kriterien für die Beurteilung der Förderungswürdigkeit heranzuziehen. Damit wäre sichergestellt, dass sich die Beurteilung der eingereichten Projekte nicht nur auf die architektonische Gestaltung und die Ausstattung konzentriert, sondern kostengünstige und zugleich qualitativ hochwertige Lösungen bevorzugt werden", so Pöchhacker abschließend. (us)

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