ÖGJ-Eder: Lehrstellen schaffen, Berufsorientierung stärken!

Es gibt mehr als 300 Lehrberufe, aber nachgefragt werden immer dieselben

Wien (ÖGJ/ÖGB) - "Je schlechter die Ausbildung, desto größer die Chance auf Arbeitslosigkeit", sagt der Vorsitzende der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), Jürgen Eder, anlässlich einer am Mittwoch präsentierten AK-Studie. Neben mehr Ausbildungsplätzen mit Lehrabschluss-Möglichkeit im Auffangnetz fordert Eder, dass das Bildungssystem durchlässiger gemacht wird:
"Das Nachholen des Hauptschulabschlusses muss verstärkt gefördert werden, und die Berufsreifeprüfung muss für die Jugendlichen endlich kostenfrei möglich sein!"++++

Für den kommenden Herbst fordert der ÖGJ-Vorsitzende eine Aufstockung der Ausbildungsplätze im Auffangnetz um mindestens 10.000: Wenn Jugendliche keinen Lehrplatz finden muss es für sie bei Bedarf einen Platz in Lehrgängen geben. Ebenso sollen die Jugendlichen nicht nur die Möglichkeit, sondern das Recht auf den Lehrabschluss in diesen Maßnahmen haben. "Vor allem Zukunftsberufe, in denen die Wirtschaft zu wenig Lehrstellen anbietet, sollen in Lehrwerkstätten und Stiftungen ausgebildet werden", so Eder.

Ausgeweitet muss auch die Berufs- und Bildungsorientierung an allen Schultypen werden. "Ein Pflichtfach Berufsorientierung wäre eine Möglichkeit, darauf aufmerksam zu machen, dass es mehr als 300 Lehrberufe gibt. Denn die Mehrzahl der Jugendlichen entscheidet sich für die immer gleichen Berufe", sagt Eder.

Damit auch die Wirtschaft wieder mehr Lehrstellen anbietet, fordert die Gewerkschaftsjugend einen Ausbildungsfonds, über den auch die nicht ausbildenden Betriebe einen finanziellen Beitrag zur Fachkräfteausbildung leisten. "Trotz massiver finanzieller Anreize für die Unternehmen wie den Blum-Bonus gibt es immer noch viel zu wenig Lehrstellen. Wir müssen die Wirtschaft verstärkt in die Pflicht nehmen, bis wieder alle Jugendlichen, die eine Lehrstelle suchen, auch eine bekommen", schließt Jürgen Eder.(fk)

ÖGB, 19. Juli
2006
Nr. 497

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