AK gegen Wiedereinstieg ohne Perspektive

Kurzfristige Urlaubsvertretungen im Handel dienen nur zur statistischen Beschönigung der Wiedereinstiegsproblematik

Wien (OTS) - "Dass sich das Arbeitsmarktservice für Wiedereinsteigerinnen engagiert, wird von den ArbeitnehmerInnenvertretungen positiv bewertet und entspricht einer langjährigen Forde-rung. Dazu zählt auch die Eröffnung von Beschäftigungsmöglichkeiten im Handel. Die Vermittlung von Wiedereinsteigerinnen als Urlaubsvertretungen im Handel für 4 oder 5 Wochen ist jedoch keine ernsthafte Perspektive", sagt Renate Csörgits Vorsitzende des AK-Frauenauschusses und ÖGB-Vizepräsidentin, "was Wiedereinsteigerinnen brauchen, ist eine Beschäftigung mit Perspektive. Der Aufwand, die Kinderbetreuung entsprechend den Erfordernissen des Arbeitsplatzes zu organisieren, bedarf eines gewissen Vorlaufes und steht in keinem Verhältnis zu einem 4 Wochenjob." Kurzfristige Aushilfstätigkeiten, wie sie jetzt vom AMS vermittelt werden, sind für Wiedereinsteigerinnen gerade in den Sommermonaten besonders schwierig, da in dieser Zeit die Probleme bei der Kinderbetreuung wegen der Ferienschließzeiten am größten sind. "Es wäre unerträglich, wenn Frauen, die im Sommer Probleme mit den Betreuungszeiten haben, auch noch Sanktionen fürchten müssen, wenn sie einen derartigen Job nicht annehmen", sagt Ingrid Moritz, Leiterin der Abteilung Frauen und Familie in der AK Wien.

Reine Unternehmenssubvention
Die Finanzierung von Urlaubsvertretungen aus AMS-Mitteln ohne eine zu erwartende Perspektive auf eine dauerhafte Beschäftigung ist auch im Sinne eines effizienten Einsatzes knapper Arbeitsmarktgelder problematisch. Es ist nicht nachvollziehbar, was der arbeitsmarktpolitische Effekt einer solchen Vollsubventionierung von Arbeitsplätzen sein soll, die von den Unternehmen ohnehin abgedeckt werden müssen. Dass das AMS 100 Prozent der Lohnkosten für die Urlaubsvertretungen bei Billa und Spar zahlt, ist reine Unternehmenssubventionierung und nicht Arbeitsmarktpolitik. "Diese Aktion dient lediglich der statistische Zielerreichung ohne dass den Wiedereinsteigerinnen geholfen wird", kritisiert Csörgits, "die dafür verwendeten Geldmittel werden dringend für Laufbahnberatung, hochwertige Ausbildungen und Beschäftigung benötigt."

Jedenfalls sollen Eingliederungsbeihilfen aus Sicht von AK und ÖGB bei der Vermittlung von Wiedereinsteigerinnen nur dann als Arbeitsmarktinstrument angewandt werden, wenn mit der Perspektive einer dauerhaften Beschäftigung mit familienfreundlichen Rahmenbedingungen zu rechnen ist.

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