FPÖ sieht Alternative zu Energieimporten

Landwirt muß Energiewirt werden

Wien, 19-07-2006 (fpd) - Aufgrund der steigenden Abhängigkeit Österreichs von Importen fossiler Energieträger sucht die FPÖ nach Alternativen und will Österreich energieautonom machen. Es wäre für Österreich eine große Chance, wenn wir den vielen kleinen landwirtschaftlichen Betrieben, die in der europäischen Agrarpolitik unterzugehen drohen, die Möglichkeit geben, als Energiewirt erfolgreich zu sein. Durch technische Innovationen sei künftig auch für kleine Ökolandbaubetriebe die Biogas-Nutzung attraktiv. Bislang galt der Einsatz solcher Anlagen wegen des geringen Viehbestandes und dem damit fehlenden Grundstoff Flüssigmist als unrentabel, so heute so FPÖ-Vizebundesparteiobmann Norbert Hofer.

Eine jetzt im Wendland mit Unterstützung des deutschen Umweltbundesamtes entwickelte Anlage vergärt Kleegras und Maispflanzen zu Methan, das von einem angeschlossenen Blockheizkraftwerk in Strom und Wärme umgewandelt wird. Die Gärrückstände finden als hochwertiger Biodünger Verwendung. Grundsätzlich kommen als Substrate für Biogasanlagen Gülle, organische Industrie- und Haushaltsabfälle sowie Energiepflanzen in Betracht. Gülle und organische Abfälle sind reichlich vorhanden, der Anbau von Energiepflanzen kann ohne großen Aufwand forciert werden. Um das sodann erreichbare Potential ökonomisch wie ökologisch sinnvoll zu nutzen, bedürfte es lediglich geeigneter Transportstrategien.

Um die hohen Transportkosten für Gülle oder Energiepflanzen zu minimieren, empfiehlt sich die Errichtung dezentraler, kleiner Anlagen. Aus diesen müßte das Biogas in das bestehende Erdgasleitungsnetz eingespeist werden, was einer qualitativen Aufbereitung bedarf, die aber technisch wie finanziell unproblematisch wäre, so Hofer

Ausbau und höhere Nutzungseffizienz der diesbezüglichen Ressourcen wäre ein zukunftsweisendes, weil die anzustrebende Energie-Autonomie begünstigendes Gegenmodell zu der knapp fünf Milliarden teuren, mutmaßlich von der Türkei kontrollierten Erdgas-Pipeline "Nabucco". Zudem könnte Biogas angesichts steigender Erdgaspreise, so Hofer, bald auch als Kraftstoff wettbewerbsfähig sein.

Die FPÖ fordert Landwirtschaftsmininster Pröll auf, dieses Projekt aufzugreifen und eine Umsetzung in Betrieben in Österreich zu forcieren. Immerhin ist Pröll ja auch Umweltminister. Hier hat er ein weites Betätigungsfeld, so FPÖ-Vizeparteiobmann Hofer abschließend. (Schluß) jen

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