"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Schmutzfinken" (Von Kurt Horwitz)

Wien (OTS) - Dirty Campaigning, zu Deutsch: Schmutziger Wahlkampf? "Wir doch nicht", haben alle Parteien noch vor wenigen Tagen geschworen.
Die Wirklichkeit sieht anders aus. Da wird Finanzminister Grasser von der Opposition beschuldigt, anläßlich einesTreffens auf der Yacht eines Bankiers mit einem Bankrotteur gemeinsame Sache gemacht zu haben; der Herr Minister wiederum hat dieses Treffen im Trubel des Parlamentsalltags "vergessen" und sein Pressesprecher hat daher die Fragesteller angelogen - unabsichtlich natürlich, wie wir annehmen wollen.
FP-Chef Strache bezeichnet Bundeskanzler Schüssel als "größenwahnsinnig", vergleicht ihn mit Stalin und unser Land mit Nordkorea. Das BZÖ sieht eine Parteienfinanzierung der SPÖ durch Bawag und/oder ÖGB als gegeben an, kann das aber nicht beweisen. Die Liste der gegenseitigen Attacken ließe sich mühelos fortsetzen. Wenn das nicht "schmutziger Wahlkampf" ist - was sonst?
Auf das Wahlergebnis werden sich diese Angriffe unter der Gürtellinie wohl nicht entscheidend auswirken: Zu ausgewogen ist das Gewicht der Schmutzkübel. Das Publikum aber wird in der Überzeugung bestärkt, dass alle Politiker Schmutzfinken sind und Dreck am Stecken haben.

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