Macht man das so? Malik an Silvia Wörgetter/Salzburger Nachrichten

Malik-OTS-Nachricht_7 über den nötigen Umgang mit komplexen Problemen und Systemen

St.Gallen (OTS) - Sehr geehrte Frau Wörgetter, ich freue mich über Ihren Beitrag "Guter Rat ist teuer" in den SN vom 15.7.2006. Die, wie Sie hier berichten, von der Frau SPÖ-Abgeordneten Mag. Ruth Becher und Herrn Rechnungshofpräsident Dr. Josef Moser erhobenen Forderungen kann ich nur unterstützen. Externe Berater sollten nur mit Aufgaben betraut werden, für die es in den Ressorts keine Fachkenntnisse gibt; ich meine aber auch, wenn die ressortinterne Leistungskapazität vorübergehend erhöht werden muss. Dafür, dass Manager und Führungskräfte von externen Beratern unabhängig werden, arbeite ich seit mehr als 30 Jahren. Unsere Hilfe zur Selbsthilfe bedeutet konkret die von uns konzipierte Managementausbildung, die Berater überflüssig macht. Ein Chirurg braucht schliesslich auch keine externen Berater wenn er operiert. Was ich damit genau meine, ist u.a. in der März 06-Nummer im "Trend" nachzulesen. Warum es nötig ist, beschreibt u.a. das aktuelle Buch von Thomas Leif: "Beraten und Verkauft", erschienen vor kurzem bei Bertelsmann.

Allerdings wird es im Informationszeitalter sowohl für Regierungen als auch für jede andere Art von Organisation dennoch unerlässlich sein, externe Experten einzusetzen. Nur in den Zeiten, als wir noch Bauern, Knechte, Bäcker und Schuster waren, haben wir keine externen Spezialisten gebraucht. Aber man kann sie auf das Nötigste reduzieren. Mit Hilfe von Systemwissenschaften, Kybernetik und Bionik kann jeder die nötigen Problemlösungen selbst entwickeln. Diese Wissenschaften beschreiben die Naturgesetze des Funktionierens. Die österreichische Kybernetikerin Maria Pruckner, mit der ich seit Jahren zusammenarbeite, hat sich zur Lebensaufgabe gemacht, angewandte Kybernetik als notwendige zusätzliche Kulturtechnik im 21. Jahrhundert allgemein verständlich und nutzbar zu machen. Sie erfüllt damit ihr Versprechen an ihren großen Lehrer Heinz von Foerster -einem der maßgeblichsten Pioniere der Kybernetik, übrigens ein Österreicher.

In jedem langfristig erfolgreichen Menschen steckt ein Kybernetiker, schreibt Pruckner u.a. in ihrem Essay "Ich wusste gar nicht, dass ich Prosa sprechen kann". Der Mensch an sich, eines der komplexesten Systeme überhaupt, funktioniert durch und durch kybernetisch. Es wird Zeit, dass wir zu unserer eigenen Natur finden. Deshalb braucht solides Management angewandte Kybernetik. Deshalb arbeiten wir international mit führenden Kybernetikern und Managementtheoretikern aus anderen Gebieten zusammen, seit spätestens 1973, wie unsere Chronik es dokumentiert. Systemisch-kybernetisches Management ist aufgrund der zunehmenden Komplexität für das 21. Jahrhundert genauso notwendig wie Lesen, Rechnen und Schreiben seit dem 18. Jahrhundert. Für allgemein nötiges Management darf es bald keine externen Berater mehr brauchen!

Mit freundlichen Grüssen
Fredmund Malik

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