Greenpeace: Enttäuschung über G8-Gipfel

Massiver Rückschritt in Energiepolitik hin zu fossiler und atomarer Energie

Wien (OTS) - Mit Enttäuschung reagiert Greenpeace auf die Ergebnisse des G8-Gipfels in St. Petersburg. Der Gipfel stand im Zeichen der Energieversorgung, der Schwerpunkt wurde auf fossile und atomare Kraftwerke gelegt. "Ein gewaltiger Rückschritt, bedenkt man, dass dies nicht nur das globale Klima gefährdet, sondern auch die Gefahr von kriegerischen Konflikten erhöht. Gefragt ist in den nächsten Jahrzehnten saubere und friedliche Energiegewinnung. Dessen sollten sich die G8-Führer annehmen.", so Greenpeace-Energiesprecher Jurrien Westerhof.

Obwohl Atomenergie derzeit mit weniger als 3 Prozent Anteil am weltweiten Gesamtenergieaufkommen eine vernachlässigbare Rolle spielt, soll ausgerechnet ein Ausbau der Atomkraftwerke den Klimakollaps verhindern. "Eine Verdoppelung der derzeit vorhandenen 440 Reaktoren würde die Treibhausgasemissionen um lediglich 3-4 Prozent reduzieren. Selbst eine Verzehnfachung hätte lediglich zur Folge, dass die Uranvorräte bald erschöpft wären. Wenn die G8-Führer gegen den Klimawandel aktiv werden wollen, dann sollen sie beim Verkehr ansetzen, statt die Wünsche der Atomlobby zu erfüllen", so Westerhof.

Bereits nächste Woche stimmt der Wettbewerbsrat über eine Aufstockung der Euratom-Kredite ab - eine weitere Weiche auf EU-Ebene, die in Richtung Atomenergie gestellt wird. Der Euratom-Vertrag aus dem Jahr 1957 privilegiert die Atomenergie vor allen anderen Energiequellen und bildet die rechtliche Grundlage für zahlreiche Atomsubventionen. Der Euratom-Teil des 7. Forschungsrahmenprogramms sieht eine Aufstockung der Mittel für neue Reaktoren, sowohl für Kernspaltung als auch für Kernfusion vor, wie auch Energiekommissar Piebalgs bestätigt hat.

"Da hier einstimmig entschieden wird, hat Österreich die Möglichkeit, einen Ausbau der Atomenergie zu verhindern. Die zuständige Forschungsministerin Gehrer muss Österreichs Anti-Atompolitik verteidigen und gegen eine Aufstockung stimmen. Österreichisches Steuergeld darf keinesfalls für neue Atomkraftwerke verwendet werden", fordert Westerhof.

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Jurrien Westerhof, Greenpeace-Energiesprecher, 0664-6126701

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