APA-OTS Politikportalanalyse: Ortstafel-Einigung gescheitert

Innsbruck / Wien (OTS) - Das Innsbrucker MediaWatch Institut erstellt im Auftrag von APA-OTS wöchentlich ein Top-30 Ranking der meist genannten PolitikerInnen in den österreichischen Tageszeitungen. Im aktuellen Untersuchungszeitraum (7. Juli bis 13. Juli 2006) landet Bundeskanzler Wolfgang Schüssel an erster Stelle des Rankings. SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer belegt den zweiten Platz, gefolgt von Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider auf dem dritten Platz.

Der von der Regierung unter Federführung von Kanzler Schüssel ausverhandelte Entwurf zur Lösung der Ortstafelfrage ist am Knackpunkt "Öffnungsklausel" gescheitert. Nachdem die Slowenenverbände den Verhandlungstisch bereits verlassen hatten, liefen zwar die Gespräche zwischen Regierung und Opposition auf Hochtouren, doch trotz eines Appells von Bundeskanzler Schüssel konnte bis Donnerstag keine Einigung erzielt werden. Mit der starken Berücksichtigung dieses Themenbereichs durch die Medien korreliert auch die hohe mediale Präsenz Schüssels, welcher das aktuelle Ranking mit 347 Nennungen anführt. Weitere Themen, welche die Führung Schüssels im aktuellen Wochenranking stark prägten, sind die Bekanntgabe des Wahltermins am ersten Oktober und damit zusammenhängende Spekulationen über eine weitere Kanzlerschaft Schüssels sowie die Eröffnung des generalsanierten Bregenzer Festspielhauses.

Auf dem zweiten Platz folgt mit 270 Nennungen SPÖ-Chef Gusenbauer, dem sich die sozialdemokratischen Gewerkschafter in einer Vorstandssitzung der FSG beugten und den Verzicht Spitzenvertreter in den Nationalrat zu entsenden einstimmig annahmen. Trotzdem eine Unterstützung der SPÖ im Wahlkampf zugesichert wurde, verstummte die Kritik an der Person Gusenbauers nicht. Auch Gusenbauers mediale Präsenz wurde indirekt durch die Ortstafelfrage beeinflusst - die Bundes-SP hielt gegen den Ortstafelkompromiss und handelt sich damit den Groll der eigenen Landesgruppe in Kärnten ein. Die öffentliche Argumentation der "Nein-Linie" überließ Gusenbauer jedoch SPÖ-Klubchef Josef Cap.

Kärntens Landeshauptmann Haider hält sich mit 233 Nennungen auch in dieser Woche konstant auf dem dritten Platz. Ausschlaggebend dafür ist ebenfalls die Ortstafeldebatte - nach drohendem Scheitern des Lösungsentwurfs forderte Haider die Sozialdemokraten in einem Ultimatum auf, wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren, da er sich ansonsten zurückziehen werde.

Unter den ersten Fünf des Rankings sind diese Woche weiters der parteilose Karl-Heinz Grasser (Rang vier, 148 Nennungen, Topthemen:
Rahmenbedingungen für Bankprüfer, Glücksspiel-Liberalisierung) sowie der Oberösterreichische Landeshauptmann Josef Pühringer (Rang fünf, 144 Nennungen, NR-Wahlen, Vorsitz der Landeshauptleutekonferenz, Konferenz der Regierungschefs der sechs weltweit wirtschaftlich erfolgreichsten Regionen).

In das Top-30 Politikerranking sind unter anderem neu eingestiegen: Justizministerin Gastinger (Rang sechs, 140 Nennungen, Familienpaket), ÖVP-Klubobmann Molterer (Rang zwölf, 98 Nennungen, Ortstafel-Lösung), BZÖ-Klubobmann Scheibner (Rang 13, 97 Nennungen, Ortstafel-Lösung) und SPÖ-Finanz- und Budgetsprecher Christoph Matznetter (Rang 19, 84 Nennungen, Bawag-Untersuchungsausschuss).

Die ÖVP stellt in dieser Woche zwölf PolitikerInnen im Top-30 Ranking, gefolgt vom BZÖ mit sieben und der SPÖ mit vier VertreterInnen. Die Grünen sind diese Woche lediglich mit Alexander Van der Bellen vertreten. Weiters finden sich im Ranking: die parteilosen Politiker Bundespräsident Heinz Fischer (Rang neun, 120 Nennungen) und Finanzminister Karl-Heinz Grasser (Rang vier, 148 Nennungen), die Gewerkschafter Wilhelm Haberzettl (Rang sieben, 135 Nennungen) und Rudolf Hundstorfer (Rang 27, 54 Nennungen), AK-Präsident Herbert Tumpel (Rang 18, 86 Nennungen), sowie der EU-Abgeordnete Hans-Peter Martin (Rang zehn, 112 Nennungen).

MediaWatch analysiert im Auftrag von APA-OTS die Präsenz österreichischer Politiker in der Berichterstattung der heimischen Tageszeitungen. Das wöchentlich aktualisierte Ranking ist über das OTS-Politikerportal http://www.politikportal.at kostenlos abrufbar.

Die kompletten Daten und alle bisherigen Analysen sind über den kostenpflichtigen Service http://www.defacto.at erhältlich (Download über den Link "Alle Analysen" am unteren Ende des Rankings).

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