ARBÖ: Beim Warten im Stau gibt es keine Pflicht zu Licht am Tag

Gesetz schreibt Einschalten der Lichter nur beim Fahren vor

Wien (OTS) - " Licht am Tag" lässt keinen kalt. Die ARBÖ-Pannenhelfer melden zusätzliche Batterien-Pannen bis zu zwölf Prozent. Die Protestmails beim ARBÖ reißen nicht ab und in den Internet-Foren gehen die Wogen hoch. "Viele Autofahrer wissen nicht, dass es durchaus legale Ausnahmen von Lichtpflicht gibt", erinnert die Leiterin des ARBÖ-Rechtsreferats Dr. Barbara Auracher-Jäger aus gegebenem Anlass. "Im Stau stehend, kann man das Licht auf alle Fälle abschalten, theoretisch sogar beim Warten vor einer roten Ampel."

Denn der Paragraph § 99 Abs 5a des Kraftfahrgesetzes (KFG)legt lediglich fest, dass Licht "während des Fahrens" eingeschaltet werden muss. Dadurch ergeben sich bestimmte Ausnahmen. So ist etwa in folgenden Situationen tagsüber kein Licht notwendig, zählt Dr. Auracher-Jäger auf:

  • beim Stehen im Stau
  • beim Warten vor einem geschlossenen Bahnschranken
  • beim Stehenbleiben wegen einer Panne
  • beim Warten vor einer roten Ampel

Der ARBÖ steht dieser Maßnahme nach wie vor skeptisch gegenüber. Während höchst umstritten ist, ob Licht am Tag tatsächlich mehr Verkehrssicherheit bringen wird stehen die Mehrkosten eindeutig fest. Mögliche Nachteile von Licht am Tag: die bisher auch tagsüber beleuchteten Motorradfahrer fallen im Lichtermeer weniger auf, nicht beleuchtete Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger sind weniger sichtbar, gegen den helllichten Sonnenschein haben die Autolichter ohnehin keine Chance, es sind viel mehr "einäugige" Fahrzeuge unterwegs, was in der Nacht sehr gefährlich sein kann. Beim Tagfahrlicht brennen die hinteren Leuchten nicht, was in Tunnels sehr gefährlich werden kann,so der ARBÖ.

Die Mehrkosten für Licht am Tag stehen eindeutig fest: Durch die Lichtpflicht werden die Autofahrer und Autofahrerinnen per Gesetz praktisch gezwungen, mehr Sprit zu verbrauchen und die Umwelt zu verschmutzen. Bei den horrenden Spritpreisen werden den Autofahrern in Österreich damit pro Jahr zusätzlich 147 Millionen Euro abgeknöpft. Das freut den Finanzminister, der ja bei jedem Liter Treibstoff mehr als die Hälfte kassiert ( durchschnittlich 55 Prozent). Weitere Kosten entstehen durch den höheren Lampenverschleiss. Wer sich sein Abblendlicht automatisch mit der Zündung koppeln lässt, muss zwischen 19 und 56 Euro dafür zahlen und riskiert in Urlaubsländern wie Griechenland sogar eine Geldstrafe bis 70 Euro. "Wenn überhaupt, gehört Licht am Tag auf europäischer Ebene gelöst."

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