ÖAMTC: Ein Lebensretter feiert Geburtstag - der Gurt wird 30 Jahre alt

Gurtmoral heute niedriger als bei Einführung von Strafen

Wien (OTS) - Vor 30 Jahren, am 15. Juli 1976, wurde in Österreich die Sicherheitsgurtpflicht eingeführt. Ab diesem Zeitpunkt war man dazu verpflichtet, auf den vorderen Sitzen eines Pkw oder Kombi einen Gurt anzulegen. Auf Initiative des ÖAMTC wurde die Gurtanlegepflicht ab 1. Jänner 1984 auf alle Sitzplätze ausgedehnt, die über einen Gurt verfügen. Bestraft wird das Nichtanlegen des Gurtes auf der vorderen Sitzreihe seit dem 1. Juli 1984, auf den hinteren Plätzen erst seit dem 28. Juli 1990. "Die drohende Auswirkung auf das Geldbörsel hat die Anschnallquote damals schlagartig erhöht. In der Folge haben sich die Autofahrer aber eher wieder zu Gurtmuffeln entwickelt", so ÖAMTC-Verkehrspsychologin Dora Donosa.

Mit der Einführung der Strafen stieg die Anschnallquote auf den Vordersitzen im Ortsgebiet von 33,7 auf 80,3 Prozent und auf Autobahnen von 58,3 auf beachtliche 86,6 Prozent. Die Zahlen von 2005 erreichen diesen Wert nicht mehr: 77,7 Prozent in der Stadt und 85,5 Prozent auf der Autobahn legen den Gurt an. Im EU-Durchschnitt sind es vergleichsweise 90 Prozent. Die ÖAMTC-Expertin kennt die Ausreden für die Gurtverweigerung: "Sie reichen von 'Ich bin ein guter Autofahrer. Mir passiert nichts' und 'Das Gewand wird vom Gurt zerknittert' bis zu 'Einschränkung der persönlichen Freiheit'. Mitunter liegt es auch einfach an Vergesslichkeit." Die Auswirkungen und Folgen, wenn man nicht angegurtet ist, werden schlichtweg unterschätzt. Vor allem in der Stadt glauben viele Autofahrer, ohne Gurt auskommen zu können, weil die Geschwindigkeiten niedriger sind. Aber besonders im dichten und hektischen innerstädtischen Verkehr passieren häufig ungebremste Unfälle, die zu schwersten Verletzungen führen.

Kurzer Klick - große Auswirkung - ÖAMTC leistet Überzeugungsarbeit

Bereits 1985, also im Jahr nach der Strafen-Einführung, gab es laut Statistik Austria bei den durch Verkehrsunfällen Getöteten ein Minus von 17,2 Prozent - der deutlichste Rückgang seit Aufzeichnung der Unfalldaten bis heute. Trotz der beeindruckenden Zahlen ist bei einigen Autofahrern Überzeugungsarbeit notwendig. "Demonstrationen mit dem ÖAMTC-Gurteschlitten oder dem ÖAMTC-Überschlagssimulator führen immer wieder eindrucksvoll vor Augen, wie notwendig der Gurt im Ernstfall ist", weiß die ÖAMTC-Expertin. "Die Nichtverwendung des Sicherheitsgurtes hat bei Unfällen Konsequenzen, darüber sollte sich jeder im Klaren sein." Wer glaubt, wegen eines Airbags auf den Gurt verzichten zu können, irrt ebenfalls. Nur in Verbindung mit dem Gurt entfaltet der Airbag seine volle Wirkung. "Dabei ist die Gewöhnung an den Gurt bei konsequenter Verwendung nach kurzer Zeit erreicht. Im Idealfall erinnert dann das Gefühl des Unwohlseins beim Nichtanlegen daran, sich anzuschnallen", weiß die Club-Expertin. In vielen Fahrzeugen macht auch ein Warnton auf den Lebensretter Nummer 1 aufmerksam. Ein System, das der ÖAMTC für alle Fahrzeuge fordert.

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