AK: Keine "Preisfalle" mehr bei Klingelton-Werbung in Kinder- und Jugendzeitschriften

Nur Angabe des Minutenpreises bei einer teuren 09x-Nummer für Kinder unüberschaubar

Wien (OTS) - Werbung für Handy-Klingeltöne ist in Kinder- und Jugendzeitschriften verboten, wenn die Kosten nicht hinreichend überschaubar sind. Das bestätigte das Oberlandesgericht Innsbruck der AK. Die AK hatte eine Klage eingebracht: Klingeltöne waren in Kinder-und Jugendzeitschriften, etwa Neox, Bart Simpsons oder Duel Masters, telefonisch mit teurer Mehrwertnummer von 2,16 Euro in der Minute anzufordern. Versprochen wurde, dass der Klingelton in einer Minute auf dem Handy sei. Ein AK Testanruf zeigte: Es dauerte beinahe fünf Minuten und kostete fast zehn Euro.

Das Gericht dazu: Bei der beanstandeten Werbung seien die Kosten nicht hinreichend überschaubar. Es werde die geschäftliche Unerfahrenheit von Kindern oder Jugendlichen ausgenutzt. Neben den Klingeltönen wurden auch Real-Sounds mit pornografischem Inhalt angeboten. Das Gericht dazu: Die in Kinder- und Jugendzeitschriften angebotenen Real-Sounds mit eindeutig erotischem Inhalt seien außerdem anstößig, geschmacklos und sittenwidrig.

Die AK hatte im August 2005 eine Klage eingebracht und die Erlassung einer einstweiligen Verfügung beantragt. Da der AK im Provisorialverfahren in wesentlichen Punkten Recht gegeben wurde, konnte im heurigen Frühjahr ein Unterlassungsvergleich abgeschlossen werden. Das beklagte Unternehmen verpflichtete sich, in Kinder- und Jugendzeitschriften nur mehr Dienste zu einem Fixpreis von vier Euro pro Anruf zu bewerben und keine pornografischen Sounds mehr anzubieten.

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