Neues Volksblatt: "Zeitfenster" (von Christian Buchar)

Ausgabe vom 13. Juli 2006

Linz (OTS) - Was in der Ortstafelfrage - in mit der SPÖ erarbeitetem Konsens - auf dem Tisch liegt, ist eine historische Chance, das Zusammenleben zwischen Minderheit und Mehrheit in Kärnten auf eine neue, bessere Basis zu stellen. Wenn von der SPÖ der Konsensweg nun verlassen wird, hat das vor allem parteipolitische Gründe. Der Regierung soll jene Lösung, die man selbst über Jahrzehnte nicht einmal ansatzweise versucht hat, nicht als Erfolg verbuchen können. Der Versuch, sich dabei hinter Slowenenvertretern zu verstecken, ist nur durchsichtiger Bemäntelungsversuch.
Der Weg ist staatspolitisch riskant. Wer jetzt eine Konsenslösung verhindert, muss sich der drohenden Konsequenzen bewußt sein - was auch für Slowenenvertreter gilt. Das mühsam aufgebaute gesellschaftlich-politische Kompromissklima wird in einem Wahlkampf, der in Kärnten vor allem auch zur blau-orangen Schlacht wird, zerbröseln. Und Hoffnungen auf noch bessere Lösungen nach der Wahl haben primär den Charakter irrealen Wunschdenkens. Das noch offene Zeitfenster für eine Lösung zu nutzen, ist auch eine massive Frage staatspolitischer Verantwortung.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001