Pharmig: "Schluss mit der Sündenbock-Politik!"

NÖGKK-Aussagen zu Medikamenten-Ausgaben sind nicht nachvollziehbar

Wien (OTS) - "Pillen sprechen nicht mit Dir!" ist der Titel einer aktuellen Kampagne von Niederösterreichischer Gebietskrankenkasse und NÖ-Ärztekammer. Pharmig-Generalsekretär Jan Oliver Huber meint dazu:
"Auf den ersten Blick klingt es ja sympathisch: Kassenärzte und Patienten sollen sich intensiver als bisher über den vernünftigen Einsatz von Medikamenten unterhalten. Allerdings arbeiten NÖGKK und NÖ-Ärztekammer mit überhaupt nicht nachvollziehbaren Zahlen: Sie behaupten, 2005 sei in Niederösterreich erstmals mehr Geld für Arzneien als für Arzthonorare ausgegeben worden. Und im Folder zur Kampagne verkünden sie gar, 'dass unser Gesundheitswesen auf viele Jahrzehnte keine finanziellen Probleme hätte, würden alle Patienten nur jene Medikamente einnehmen, die sie wirklich benötigen'. Solche Aussagen sind gesundheitsökonomischer Unsinn und reduzieren die Strukturprobleme unseres Gesundheitswesens wieder einmal auf den Sündenbock Medikamente!"

Ganz nach dem Motto "Trau keiner Statistik, die du nicht selbst manipuliert hast", spricht die letzte veröffentlichte Gebarung der NÖGKK (2004) eine ganz andere Sprache als die heute genannten Zahlen:
Für Arzthonorare (ohne Zahnbehandlung) zahlte die NÖGKK 361 Mio. Euro, für Medikamente 344 Mio. Euro (brutto). Nach Abzug der Mehrwertsteuer für Medikamente, die der Kasse vom Finanzminister refundiert wird, bleiben 287 Mio. Euro an Medikamenten-Ausgaben. Nach dem weiteren Abzug des als "Rezeptgebühr" bekannten Selbstbehalts betragen die Medikamenten-Ausgaben noch 237 Mio. Euro. Das entspricht 65,6 Prozent der Ausgaben für Arzthonorare.

Generalsekretär Huber bringt die Position der Pharmig auf den Punkt:
"Wir bestehen auf unserer uralten Forderung: Im österreichischen Gesundheitswesen muss endlich mehr Transparenz einziehen. Heute sind die einzelnen Krankenversicherungsträger nicht einmal dazu verpflichtet, eine detaillierte und nachvollziehbare Gebarung - etwa ähnlich einer Bilanz bei Aktiengesellschaften - zu veröffentlichen. Freiwillig hält sich nur eine Minderheit der Kassen an dieses Mindestmaß an Transparenz. Kein Wunder also, dass einzelne Kassen immer wieder versuchen, die Politik und die anderen Partner im Gesundheitswesen mit nicht klar nachvollziehbaren Zahlen unter Druck zu setzen - und so die Bevölkerung zu verunsichern."

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