Erste und hoffentlich auch letzte Schulklasse für Kinder mit Migrationshintergrund

Kinder nicht ausgrenzen

Wien (OTS) - Zu Beginn des ersten Schuljahres kommt es darauf an, SchülerInnen, die sich untereinander nicht kennen ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln und mit den Kindern gemeinsam eine Art Cooperate Identity zu entwickeln.
Jetzt sollen Kinder "mit nichtdeutscher Muttersprache" für zwei Jahre eine eigene Klasse besuchen und danach in andere Klassen aufgeteilt werden.
Was bedeutet diese Maßnahme für die Kinder die die "Ausländerklasse" besuchen - sie werden wieder auseinander gerissen, bestehende Freundschaften zerbrechen.
Für die Klassengemeinschaft in die die betroffenen Kinder kommen sollen ist ebenfalls eine Neuorientierung notwendig.
Zwar soll sollen den Kindern aus der "Ausländerklasse" Lernpartnerkinder zur Seite gestellt werden aber nur für eine Unterrichtsstunde pro Woche.
Spracherwerb erfolgt aber auch über Kommunikation und durch soziale Kontakte.
Es ist zu bezweifeln, dass die Kinder die in der "Ausländerklasse" unterrichtet werden auch ihre sprachlichen Fähigkeiten ausprobieren wollen - eher ist zu erwarten, dass sich die Kinder in ihrer Muttersprache unterhalten.
Auch für den Abbau von gegenseitigen Vorurteilen ist ein gemeinsamer Schulbesuch wichtig.
Bevor Experimente mit Kindern gemacht werden sollten einmal Fachleute aus dem Bereich der Kinderpsychologie, der Kinderpsychotherpaie, der Sprachforschung sowie der Integrationsforschung gefragt werden - es ist anzunehmen, dass der Output sicher nicht der ist, eigene Ausländerklassen zu installieren - so die Wiener Kinder- und Jugendanwältin Monika Pinterits.

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Kinder- & Jugendanwaltschaft Wien
Frau DSA Monika Pinterits
Tel: (++43-1) 1708

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