Konflikt zwischen Festwochen und Theater an der Wien

Geyer holt Natalie Dessay

Wien (OTS) - Der Konflikt zwischen Wiener Festwochen und Theater
an der Wien verschärft sich. Festwochen-Intendant Luc Bondy richtet in der aktuellen NEWS-Ausgabe herbe Vorwürfe gegen Theaterintendant Roland Geyer. Es geht, wie seit längerem, um die Hausmiete. Laut Bondy verlangt das Theater an der Wien ab nächstem Jahr 25.000 statt wie bisher 20.000 Euro pro Spieltag. Bondy sieht aber keine Notwendigkeit, überhaupt Miete zu bezahlen: "Ich begreife das nicht. Wir liefern der Stadt ein erstklassiges Programm. Weshalb sollen wir da an die Stadt Miete bezahlen? Ich wünschte überhaupt, die Kompetenzen wären präziser verteilt. Und wenn es schon zusätzlich zu den Festwochen eine eigene Opernintendanz geben muss, weshalb dann nicht ein Intendant, der uns als Partner, nicht als Konkurrenz sieht? Derzeit gibt es nicht einmal Interesse an Koproduktionen." In keinem Fall will er sich mit der Höhe der Summe abfinden: "Über die Miete ist das letzte Wort noch nicht gesprochen."

Das wiederum akzeptiert Geyer nicht: "Die 25.000 Euro stimmen, zumindest in der Größenordnung. Das Haus kostet Geld. Das ist keine Miete, das sind die Hauskosten samt Belegschaft. Und mit 2007 wird die jahrelang nicht erhöhte Summe eben evaluiert."

Für das heurige Jahr schulden die Festwochen dem Theater laut dessen kaufmännischem Direktor Franz Häußler noch eine Million Euro Miete. Die Summe sei vom Theatereigentümer, der Wien-Holding, vorläufig ausgelegt worden. Häußler: "Die Holding wird die Summe von den Festwochen aber sicher zurückverlangen."

Zusätzlich kämpft das Theater mit derzeit noch 2,8 Millionen Euro Altlasten, die bis 2009 abgebaut werden müssen. Reichen womöglich, wie mehrfach befürchtet, die 21,6 Millionen Euro für den Jahresbetrieb des neuen Opernhauses nicht? Geyer in NEWS: "Von meiner Seite wird sparsamst vorgegangen. Wir haben zwar nicht soviel Geld wie die Staatsoper, die sich ein Museum bauen muss, um ihre Überschüsse zu verbrauchen. Aber bis 2008 kommen wir mit den 21,6 Millionen aus. Und für 2009 und 2010 wird es ohnehin eine Evaluierung geben. Der Erfolg unseres ersten Halbjahres macht es uns leichter, mit den Stadtvätern die Zukunft zu besprechen." In der Tat bilanziert das Haus mit derzeit weit mehr als 90 Prozent Auslastung für seine Opernproduktionen.

In dieser Hinsicht kündigt Geyer für die Zukunft seines Hauses eine Sensation an: 2009 singt die weltweit führende Koloratursopranistin Natalie Dessay, in Wien seit langem nicht mehr zu hören, die weibliche Titelpartie in Debussys "Pelleas et Melisande" unter Bertrand de Billy.

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