GPA fordert Centersprecher für Einkaufszentren

Befragung der Beschäftigten in der Lugner-City zeigt Probleme deutlich auf

Wien (GPA/ÖGB) - Cirka 70 Handelsangestellte und BetriebsrätInnen von in Einkaufszentren ansässigen Betrieben forderten gestern im Rahmen eines GPA Sommergespräches unter dem Titel "Brennpunkt Lugner-City" eine Ansprechperson vor Ort. Ein Centersprecher soll im Einkaufszentrum als Betriebsrat fungieren und rasch Probleme auf Sozialpartnerebene lösen.++++

Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), Wolfgang Katzian, appellierte an die Centerbetreiber: "Man muss den Beschäftigten eine Stimme geben! Wir werden sie nicht im Regen stehen lassen und ihre Forderung voll unterstützen. Ein Centersprecher müsste natürlich mit der entsprechenden Rechtsgrundlage ausgestattet und gesetzlich verankert werden. Erste Gespräche mit Centerbetreibern stehen am Beginn. Wir werden an ihre soziale Verantwortlichkeit appellieren."

Mit der Verlängerung der Öffnungszeiten haben sich auch die Arbeitsbedingungen der Handelsangestellten verändert. Besonders in Einkaufszentren sind die Beschäftigten mit vielen Problemen konfrontiert. Die Befragung in der Lugner-City ergab, dass mit einem Drittel der Beschäftigten Arbeitszeitveränderungen nicht vereinbart werden. Für 34 Prozent wird der WC-Gang zum Problem. Und von einem Fenstertag und somit einem langen Wochenende können Handelsangestellte ohnehin nur träumen. Obwohl 64 Prozent der Beschäftigten das Arbeitsklima in der Lugner-City für gut befinden, hat die Befragung ergeben, dass gesetzliche und kollektivvertragliche Bestimmungen oft nicht eingehalten werden, wie beispielsweise die Ausstellung einen Dienstzettels. Zur Sonntagsöffnung sagen 99 Prozent der Beschäftigten ganz klar NEIN!

Grundsätzlich signalisierte der GPA-Vorsitzende Bereitschaft, über weitere Liberalisierungsschritte bei der wöchentlichen Rahmenöffnungszeit zu verhandeln, allerdings müsste es davor spürbare und nachhaltige Verbesserungen der Arbeitsbedingungen für die Handelsangestellten geben.

Dies könne nicht nur auf der Ebene des Kollektivvertrages erreicht werden. In Richtung Bundesregierung fordert Katzian geeignete Maßnahmen für die Kinderbetreuung von Handelsangestellten sowie im Sinne der Sicherheit am Arbeitsweg eine bessere Gestaltung der Verkehrsanbindung in Verbindung mit den Öffnungszeiten. "Es fehlen auch spürbare Sanktionen bei Nichteinhaltung der kollektivvertraglichen Bestimmungen. Auch hier gibt es dringenden Handlungsbedarf", so Katzian abschließend.

ÖGB, 12. Juli
2006 Nr. 489

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