Männer-Bevorzugung in Pflichtschulen ist untauglicher Lösungsansatz der ÖVP

Frais: "Entscheidende Frage ist, wieso sich so wenige Männer bewerben"

Linz (OTS) - "Mit der Bevorzugung jener 14 Männer, die auf der 317 LehrerInnen umfassenden Warteliste beispielsweise für Volksschulen stehen, wird das Problem der zu geringen Anzahl männlicher Lehrer an Pflichtschulen nicht lösbar sein - ganz abgesehen von den bestehenden gesetzlichen und EU-rechtlichen Problemen. Die entscheidende Frage ist vielmehr, wieso sich so wenige Männer für den Beruf des Pflichtschullehrers entscheiden und was strukturell zu ändern ist", stellt SP-Klubobmann Dr. Karl Frais klar. Die ÖVP habe mit ihrer Bildungspolitik der vergangenen Jahre zu dieser negativen Entwicklung aktiv beigetragen. Frais: "Die ÖVP hat gerade eine große Veränderungschance vertan, indem sie die neuen Pädagogischen Hochschulen zu akademischen Sackgassen gemacht hat. Dazu kommen der generelle Bildungseinsparkurs der ÖVP im LehrerInnenbereich sowie die geringere finanzielle Attraktivität eines Pflichtschullehrerpostens gegenüber dem eines Professors an einer AHS oder BHS".

"Derzeit liegt die Quote der männlichen Lehrer an Volksschulen bei zirka 10 Prozent - Tendenz fallend. Bei den BewerberInnen liegt der Männer-Anteil jedoch nur mehr bei zirka 4 Prozent. Da erscheint es kurzsichtig und wenig lösungsorientiert, wenn die Situation durch Bevorzugung jener 4 Prozent bereinigt werden soll. Es würde sofort ein Absaugeffekt eintreten und die Warteliste bestünde künftig fast ausschließlich aus weiblichen Bewerberinnen. Dieser Lösungsansatz der ÖVP ist schlichtweg untauglich und darf keineswegs dafür benützt werden, um die Grundfesten der objektiven BewerberInnen-Auswahl einzureißen", argumentiert der SP-Klubobmann.

Wenn es die Bundesregierung für erforderlich halte, dass mehr Männer den Beruf des Pflichtschullehrers anstreben, dann müsse sie einfach die Bedingungen für diesen Beruf attraktivieren. "Offensichtlich entscheiden sich Männer für aus ihrer Sicht gute Jobs mit Perspektiven - und dabei spielt auch die Bezahlung eine wesentliche Rolle. Ebenso stellt der höhere akademische Grad für viele Männer einen besonderen beruflichen Ansporn dar", legt der SP-Klubchef entscheidende Gründe des Männer-Mangels an den Pflichtschulen dar. Ein weiterer Lösungsansatz der SPÖ wäre die Entwicklung hin zur Gemeinschaftsschule, die eine umfangreiche Bandbreite an beruflichen Perspektiven für LehrerInnen bieten würde.

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SPÖ-Landtagsklub
Mag. Andreas Ortner

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