MedUni Wien stellt ab Herbst 10 zusätzliche zahnmedizinische Praktikumsplätze zur Verfügung

Neue Plätze für das Lernen am Modell in Kombination mit Gesetzesnovelle für Lehrpraxen-Plätze bringen schrittweisen Abbau der Wartelisten

Wien (OTS) - Rund 90.000.- Euro zusätzlich investiert die Bernhard-Gottlieb-Zahnklinik GesmbH heuer für die Einrichtung von 10 zusätzlichen Praktikumsplätzen der Zahnmedizinischen Ausbildung. Das hat die Sitzung des Beirates der zur MedUni Wien zugehörigen Zahnklinik GesmbH letzten Donnerstag ergeben. Mitten in der eben beginnenden Startphase des Neubaus der Bernhard Gottlieb Universitätszahnklinik ermöglichte der Beirat damit in einem finanziellen und organisatorischen Kraftakt die Einrichtung von weiteren Übungsräumen für 10 Praxisplätze für das erste der drei Praxis-Jahre des Zahnmedizinstudiums. Durch den Ankauf von fünf Phantommodellen, an denen die Praktikanten ohne Patientenkontakt vorab für den Zahnarztberuf wichtige Grundfertigkeiten erlernen, können 10 Studierende zusätzlich in dieser ersten Praxisphase ausgebildet werden.

Diese zusätzlichen Studienplätze bereits ab dem Wintersemester 2006 sind die Voraussetzung dafür, die durch die jüngste Zahnärztegesetz-Novelle geschaffenen Möglichkeiten zum ehest möglichen Termin (Wintersemester 2007) auch für die Studierenden nutzen zu können. Aufgrund dieser Novelle können nach einer erfolgten Einrichtung von "externen" zahnärztlichen Lehr-Praktikumsplätzen um 10 Studierende (oder rund 15%) mehr, also 80, ab dem zweiten Praktikumsjahr "am Patienten" ausgebildet werden. Die für die Auswahl der externen "Lehrpraxen" sowie die Vereinbarung von Qualitätssicherungsmaßnahmen für die externe Praxis-Ausbildung notwendigen Gespräche mit der österreichischen Zahnärztekammer werden demnächst aufgenommen, damit ab Wintersemester 2007 auch diese 10 zusätzlichen Praxisplätze - mit Patientenkontakt - zur Verfügung stehen.

Vizerektor Mallinger: "Wir sind glücklich, mit dieser Investition einen ersten Schritt in Richtung zur Entlastung des überstrapazierten Systems machen zu können. Wie in der Vergangenheit immer wieder betont, sind bzw. waren uns bezüglich der klinischen Praktikumsplätze aufgrund der Infrastruktur aber auch aufgrund der Patientenfrequenz an unserer Zahnklinik die Hände bei der Aufstockung von Ausbildungsplätzen gebunden. Mit den seit kurzem veränderten gesetzlichen Rahmenbedingungen können wir nun - auch unter den schwierigen Bedingungen der beginnenden Um- bzw. Neubauphase der Zahnklinik - im Sinne der Studierenden aktiv werden und einen verstärkten Abbau der Wartelisten beim Übergang in den dritten praxisorientierten Studienabschnitt erreichen."

In den vergangenen 5 Jahren pendelte die Anzahl der Wartelistenplätze zwischen 20 und 50 Personen, die jeweils ein Jahr auf einen Praktikumsplatz im 72-Wochenpraktikum warten mussten. Durch die veränderten Studienbedingungen des seit 2002 völlig neuen Studienplans hat sich der Studienerfolg drastisch gesteigert, immer mehr Studierende schließen in immer kürzerer Zeit den ersten und zweiten Studienabschnitt ab, so dass sich am Übergang zum dritten Abschnitt mit seiner Praxisausbildung heuer erstmals die Anzahl der Wartenden mehr als verdoppelte. Bis jetzt haben sich 128 Zahnmedizinstudierende für den dritten Studienabschnitt durch ihre Prüfungsergebnisse qualifiziert. Bis zum Herbst könnten nach Auswertung der letzten noch einrechenbaren Entscheidungsprüfung (der Z-SIP III) noch an die 20-30 weitere KandidatInnen dazu kommen. Unter diesen Voraussetzungen wird sich die Wartefrist für die Betroffenen mit einem Wartejahr begrenzen lassen.

Bis 1998 mussten angehende Zahnärzte nach der Absolvierung des Humanmedizinstudiums noch eine dreijährige Facharztausbildung an der Universitäts-Zahnklinik anschließen, bevor sie eine Berechtigung zu Berufsausübung erreichten. Bis zur Berufsbefähigung konnte somit unter Einrechnung allfälliger Turnuswartezeiten 11-13 Jahre vergehen. Ab 1998 wurde allerdings zugunsten einer stark verkürzten Ausbildungszeit ein Studium der Zahnmedizin eingerichtet, das die praktische Ausbildung in das Studium integrierte und damit zugleich die Berufsausbildung ist. Der dafür damals auch vom Ministerium genehmigte Studienplan legte die Kapazität an praktischen Ausbildungsplätzen - so wie in der bis 1998 laufenden Facharztausbildung - mit 70 Plätzen fest. Diese Kapazität entsprach und entspricht den infrastrukturellen Rahmenbedingungen der Zahnklinik der MUW ebenso wie der PatientInnenfrequenz, wobei zu betonen ist, dass die zahnmedizinischen Praxisausbildung in einem 11-monatigem Lehrbetrieb stattfindet.

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