Das MuseumsQuartier Wien im Jahr 2020

Siegerprojekte des Ideenwettbewerb MQ2020 werden in Internetausstellung präsentiert

Wien (OTS) - Was könnte zukünftig die kulturelle Funktion des größten Freiluftsaales der Stadt sein? Welche Landmarks werden die Innenhöfe des MQ im Wien des Jahres 2020 prägen? Über 70 TeilnehmerInnen am Ideenwettbewerb MQ2020 haben sich mit diesen und noch vielen Fragen mehr intensiv beschäftigt - und herausgekommen sind eine Vielzahl hochinteressanter Visionen zu der Zukunft der öffentlichen Flächen des MQ. Ab heute werden die Siegerprojekte im Rahmen einer Internetausstellung der Öffentlichkeit präsentiert.

"Wir sind sehr stolz darauf dass die Entwicklung des MQ-Areals auf so großes Interesse stößt und zu so kreativen und visionären Ideen anregt", freut sich Dr. Wolfgang Waldner, Direktor des MQ, über die rege Teilnahme. "Es war für die Jury sicherlich keine leichte Aufgabe aus der großen Zahl guter Einreichungen vier Sieger auszuwählen. Mein besonderer Dank gilt daher heute allen Jurymitgliedern und - auch wenn wir heute leider nur vier Projekte prämieren können - allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern."

Der Ideenwettbewerb MQ2020

Mit dem Ideenwettbewerb MQ2020 lud die MuseumsQuartier Errichtungs- und Betriebsgesellschaft zu einem offenen Gedanken- und Ideenaustausch über die Zukunft der öffentlichen Flächen des MQ -gesucht waren visionäre Entwürfe, Gestaltungsideen und Interventionen aller Art, die in groben Skizzen das MQ im Jahr 2020 vorwegnehmen.

Eine interdisziplinär besetzte Fachjury wählte aus allen Einreichungen 15 Ideen aus, die ab heute im Zuge einer Internetausstellung der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Die interdisziplinäre Jury setzte sich aus folgenden Personen zusammen:
Christian Mikunda (Juryvorsitzender), Raum-Dramaturg, Peter Baumgartner, Kommunikationsleiter Siemens Österreich, Helene Karmasin, Motivforscherin, Christoph Ronge, Pressesprecher von Bürgermeister Michael Häupl, Eva Schlegel, Künstlerin, Ute Woltron, Architekturkritikerin.

Die Auswahl der ersten 15 Projekte erfolgte aufgrund folgender Kriterien: Visionärer Ansatz, künstlerische Qualität, Bereicherung aller drei MQ-Dimensionen: Kunstraum, Lebensraum, Schaffensraum. Die drei ersten Plätze sind mit Preisgeldern in der Höhe von EUR 5.000,-, 3.000,- und 2.000,- dotiert. Aufgrund einer äußerst knappen Entscheidung um Platz 3 wurde zudem auch noch ein "Anerkennungspreis der Jury" vergeben, dotiert mit EUR 1.000,-.

Die Siegerprojekte im Detail

"Alle prämierten Entwürfe haben das Potential, die Einzigartigkeit des MuseumsQuartiers noch weiter zu erhöhen. Der siegreiche Vienna Skywalk macht den Kontrast von Alt und Neu, der sich bereits heute durch das Areal wie ein roter Faden hindurchzieht, endlich auch nach Außen erlebbar. Der 2. Preisträger verstärkt den Charakter des MuseumsQuartiers als Lebensraum in der Stadt, als Dritter Ort zwischen Heim und Arbeitsplatz", erklärt der Vorsitzende der Jury, Raumdramaturg Christian Mikunda.

1. Platz: Esther Peischl und Klaus Berghold / Vienna skywalk 2020 (k)eine Utopie

Ein urbaner Wegweiser - schwebende Architektur als "Superzeichen"der Stadt. Die Idee des "Vienna Skywalk" liegt darin, die Bewegungsströme des MQs aufzunehmen und in drei horizontale Baukörper umzuleiten, die das MQ auf einer Länge von 270m überspannen und über den Dächern der Stadt, den 1. Wiener Gemeindebezirk mit dem 7. Wiener Gemeindebezirk verbinden, wie eine in den Luftraum geklappte Straße.

Der Besucher erhebt sich mittels Rampen oder Lifte aus der Ebene in den Raum, entlang an Galerien, Ausstellungsräumen, "project spaces" und kleinen "Labels" und erfährt den darunter liegenden Stadtteil als Gebäudeskulptur.

Esther Peischl und Klaus Berghold sind beide in Graz geboren und haben an der TU Wien ihr Architekturstudium abgeschlossen, Diplom bei William Alsop.

2. Platz: heri&salli / Ein erweiterter Horizont - die Geschichte einer Ausdehnung

Die Tatsache, dass sich das MuseumsQuartier in den letzten Jahren in Ergänzung zu Kunst und Kultur zu einem ausgezeichneten Treffpunkt unter freiem Himmel etabliert hat, wird in einer räumlichen Formulierung aufgegriffen und weitergedacht. Freiflächen mutieren zu einer von Menschen angeeigneten Landschaft, und als letztendlich auch diese zu klein wird, wächst der Freiraum, dem Licht hinterher, über die Dächer des MuseumsQuartiers hinaus. Das Projekt ist eine Geschichte der Ausdehnung in die Höhe und Weite, welche dem Drang des Menschen folgt, oder besser er sich selbst vorausbaut, um schließlich auch wieder an seine Grenzen zu stoßen, aber doch war ein kleines Stück des Traums erreicht.

Seit 1999 arbeiten heri&salli (Heribert Wolfmayr und Josef Saller) an architektonischen, räumlichen und temporären Konzepten, welche ihr tatsächliches Ziel erst im realisierten, dem Menschen gegenübergestellten Objekt erreichen. Durch sein Gegenüber erhält das Material seinen Sinn und seine Aufgabe. Der Mensch als aktiver Teil wird immer wieder zur Ursache für ein architektonisches Konzept.

3. Platz: Ernest Kucer und Sebastian Schmid / Der MQ….ling

Thema der Intervention ist der Vorplatz des MQ, der trotz seiner schlagenden städte-baulichen Lage kaum genutzt wird und die Vorteile nicht ausspielt. Der MQ...ling setzt sich als nützlicher Parasit über die Museumsstraße und hebt durch eine Vielzahl von Rampen, Stiegen und Rolltreppen die Barriere zum KHM und Naturhistorischem Museum auf. Es entsteht ein großer zusammenhängender Kulturplatz mit Anbindung zu 3 Museen und einem Theater, weiterdenkbar zum Heldenplatz mit der Nationalbibliothek. Der Ansatz in der Stadt einen Freiraum zu schaffen der zahlreiche Inhalte verbindet und als Bühne ihre Aktivitäten ergänzt ist auch eine Aufforderung an Wien sich der Zusammenhänge der stadträumlichen Möglichkeiten zu besinnen. Das MQ setzt dabei eine Vorreiterrolle mit der Thematisierung dieser in Wien vernachlässigten stadtpolitischen Aspekte.

Ex.itsolutions wurde 2000 als offenes Netzwerk für visuelle Kommunikation gegründet. Das Arbeitsfeld umfasst Architektur, Design und digitale Medien. Re-Interpretation und Integration neuer Technologien sind als philosophische Orientierung vorgegeben.

Anerkennungspreis der Jury: Elisabeth M. Hilber und Sabina Preindl / Aufgeblasene (T)räume ´

(Öffentlicher) Raum muss Anforderungen gerecht werden - sozialen, kulturellen und ökonomischen. Ein an sich wertvolles Gut unterteilt in Zonen und Abschnitte, Hauptsache nutzbar. Wie wird Raum als solcher wieder spürbar? Die Intervention verdrängt jeglichen Nutzen und befreit den Platz von seinen Gewohnheiten, füllt den Raum mit Luft, lässt ihn verschwinden und macht ihn so sichtbar wie nie zuvor. Ein Körper der sich ausbreitet, um sich zurückzuziehen und den ursprünglichen und doch veränderten Raum wieder freigibt.

alis geet sind Elisabeth M. Hilber und Sabina Preindl. Die beiden gebürtigen Südtirolerinnen studieren und arbeiten derzeit in Wien.

Alle Informationen und Bildmaterialien zu den 15 bestgereihten Projekten sind unter www.mqw.at/mq2020 downloadbar.

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