AK Studie: Zwei von drei Verbraucher haben ungenügende Umweltinformationen

AK verlangt umfassendere Öko-Kennzeichnung und Ethikpickerl für sozial verantwortungsbewusste Unternehmen

Wien (OTS) - Umweltschutz brennt Konsumenten nicht mehr so unter
den Nägeln wie noch vor zehn Jahren. Das zeigt die AK Studie "Konsument und Umwelt 3", bei der 1.000 Konsumentinnen und Konsumenten im Herbst 2005 befragt wurden. Aber: Es gibt einen ausgeprägten Wunsch nach Umweltinformationen zu Produkten - immerhin fühlen sich zwei der drei Befragten nicht gut genug informiert. Über drei Viertel der Österreicher halten eine klare Kennzeichnung für wichtig und wollen ein verpflichtendes Umweltpickerl. "Konsumenten brauchen Sicherheit", sagt AK Verbraucherforscher Karl Kollmann. Daher fordert die AK eine bessere Kennzeichnung: Öko- und Ethikpickerl.

Die AK Studie zeigt: Arbeitslosigkeit bekämpfen, Pensionen sichern und Preisanstiege verhindern, das gehört für die Österreicher vorrangig gelöst. Auf Platz fünf rangiert der Umweltschutz. 29 Prozent finden, dass sich die heimische Umweltsituation verschlechtert hat, 57 Prozent sagen, dass sie sich weltweit verschlimmert hat. Sie geben Luftverschmutzung und Klimaänderung als wichtige Umweltprobleme an, die es zu lösen gilt.

Probleme bringt auch die unübersichtliche Warenauswahl beim Shoppen: immerhin fast für jeden zweiten Österreicher (1995: 46 Prozent). "Andererseits nennen Verbraucher zunehmend falsche Anhaltspunkte als Indikator für die Qualität", bedauert Kollmann. So ist für jeden zweiten Befragten der Preis ein Kennzeichen für Qualität (1995: 44 Prozent). "Das ist aus verbraucherpolitischer Sicht eine bedauerliche Entwicklung", sagt Kollmann.

Auf die Frage, ob sich Verbraucher im Großen und Ganzen über umweltfreundliche Produkte gut informiert fühlen, antworten rund zwei von drei, dass das nicht so sei. 36 Prozent glauben das schon. 81 Prozent halten die Art der Kennzeichnung für wichtig. Und: Nur 35 Prozent - wie auch 1995 - sind mit der Kennzeichnung zufrieden.

Immerhin wollen 83 Prozent ein verpflichtendes Umweltzeichen, 1995 waren es noch 52 Prozent. Fast zwei Drittel sind auch bereit, für umweltfreundliche Produkte mehr zu zahlen. "Es wird für die Konsumenten immer wichtiger, ob das Produkt auch aus Österreich stammt", sagt Kollmann. Für über die Hälfte der Befragten (53 Prozent) ist die inländische Herstellung sehr bedeutend.

Kollmann schlussfolgert: "Umweltorientierte Verbraucher ziehen sich quer durch alle Bevölkerungsschichten, früher waren es eher die Jüngeren, Frauen und Konsumenten mit guter Ausbildung."

Befragt wurden österreichweit repräsentativ 1.000 Frauen und Männer im Jahr 2005. Die Erhebung führte das Marktforschungsinstitut Karmasin - Gallup Österreich durch.

SERVICE: Die Studie gibt’s im Internet unter http://arbeiterkammer.at oder telefonisch zum Bestellen: 01 501 65 2144 (Montag bis Freitag 8.00 bis 16.00 Uhr).

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