Neue KÄRNTNER TAGESZEITUNG - Kommentar: Arbeitswelt und "Weibervolk" (von Claudia Grabner)

Ausgabe 08.07.2006

Klagenfurt (OTS) - Man muss kein missmutiger Grantler sein; auch kein notorischer Tschentscher. Es reicht vollkommen, die Arbeitswelt mit dem gewissen nüchternen Blick zu sehen: Schneidig vermeldet die Wirtschaft steigende Investitionen, florierende Produktivität, wachsende Exporte, satte Umsätze, ebensolche Gewinne, ein Plus an offenen Stellen und eine Rekordbeschäftigung mit 3,8 Millionen rot-weiß-roten Arbeitstieren. Wie schön! Wie schön doch Selbstbetrug sein kann ...

Dass die Löhne mit den steigenden Gewinnen schon lange nicht mehr mithalten, ist das eine Übel. Das zweite: der "Rekordbeschäftigung steht eine Rekordarbeitslosigkeit (plus 7,9 Prozent) gegenüber. Das dritte Übel: 22,5 Prozent der unappetitlich laut gepriesenen Beschäftigungsquote darbt unter dem Titel "Teilzeit" dahin. Dass diese zu 83(!) Prozent weiblich ist, muss in Zeiten einer konservativen Regierung (auch wenn sie uns von neoliberaler Moderne erzählt) nicht weiter in Erstaunen versetzen.

Was sehr wohl entsetzen muss, ist die gestern publik gemachte Grauslichkeit: "Frauen und Ausländer gehören zu den Schwächsten am Arbeitsmarkt." Danke, herzlich! 52 Prozent der Uni-Absolventen sind weiblich; aber nur 14 Prozent in Führungspositionen tätig; der große Rest des "Weibervolkes" darf derweil in Teilzeitjobs die Beschäftigungsquote ankurbeln ...

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