Drastischer Schülerrückgang an Salzburgs Pflichtschulen

Burgstaller: Salzburg trotzdem hervorragender Bildungsstandort / Handlungsbedarf auf Bundesebene

Salzburg (OTS) - Der demografische Wandel treffe zurzeit die Salzburger Pflichtschulen mit voller Härte, erklärte heute, Freitag, 7. Juli, Bildungsreferentin Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller bei einem Informationsgespräch zum Schulabschluss. "Insgesamt besuchen ab Herbst mehr als 1.100 Schülerinnen und Schüler weniger die Volks-, Hauptschulen und Polytechnischen Schulen als im Vorjahr - das ist ein dramatischer Rückgang: Bei den Hauptschulen hat sich der Rückgang verdoppelt", so Burgstaller zu den alarmierenden Zahlen, da habe es starke Verschiebungen zu Gunsten der Gymnasien gegeben.

In Salzburg ist der Rückgang bei den Taferlklasslern mit minus 6,4 Prozent österreichweit am höchsten. Insgesamt werden 2006/07 nach vorläufigen Berechnungen um 529 weniger Schülerinnen und Schüler die Volksschule besuchen, in der Hauptschule sind es um 523 weniger und in den Polytechnischen Schulen 75. Auffallend ist, dass sich der Schülerrückgang im Hauptschulbereich für das kommende Schuljahr fast verdoppelt hat. Da die Refundierung der Lehrerkosten seit 2001 von so genannten Schüler-Lehrer-Verhältniszahlen abhängt, gehen mit dem Rückgang der Schülerzahlen auch Planstellen verloren. Nach den vorgegebenen Berechnungsschlüsseln des Bundes ergeben 14,5 Schüler im Volksschulbereich eine Lehrerstelle, im Hauptschulbereich zehn Schüler eine Lehrerstelle, im Bereich der Polytechnischen Schulen neun Schüler eine Lehrerstelle und im Sonderschulbereich 3,2 Schüler eine Lehrerstelle. Im Volksschulbereich verliert das Land Salzburg im kommenden Schuljahr 32 Planstellen, im Hauptschulbereich 55, das ist im Hauptschulbereich fast das Doppelte gegenüber dem laufenden Schuljahr, an den Polytechnischen Schulen des Landes gibt es insgesamt eine Planstelle mehr. Im sonderpädagogischen Bereich gibt es auf Grund des Berechnungsschlüssels um acht Stellen weniger. Insgesamt ergibt sich daraus ein Verlust von 94 Planstellen. Dieser Verlust an Lehrerstellen wird teilweise durch die 34 zusätzlichen Stellen für die Sprachförderkurse im Volksschulbereich kompensiert sowie durch die zusätzlichen Stellen für die Nachmittagsbetreuung (10 Stellen).

"Letztendlich ergibt sich für das kommende Schuljahr daraus ein Verlust von rund 50 Planstellen", fasste Bildungsreferentin Burgstaller für den Pflichtschulbereich zusammen. Dennoch: "Es ist uns in Salzburg trotz schwierigster Rahmenbedingungen gelungen, dass das Land Salzburg - im Gegensatz zu vielen anderen Bundesländern -weder Schulen schließen muss noch Lehreranstellungen nicht verlängern kann". Möglich wird dies, indem in Salzburg im Verhältnis zur Zahl der Schülerinnen und Schüler im laufenden Schuljahr mehr Planstellen zur Verfügung stehen als im abgelaufenen Schuljahr und im kommenden Schuljahr mehr Planstellen zur Verfügung stehen als im laufenden Schuljahr. Eine APA-Umfrage Ende Juni zeigt, dass die Situation in den anderen Bundesländern wesentlich härtere Konsequenzen nach sich zieht: Zum Beispiel bei Schulschließungen: Oberösterreich: drei Volksschulen, Burgenland: vier Volksschulen, Vorarlberg:
möglicherweise drei Kleinschulen. In Tirol werden 170 Planstellen gestrichen. Experten des Landes Salzburg schätzen, dass im Herbst in den anderen Bundesländern noch zusätzliche Schließungen und Nicht-Verlängerungen drohen.

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