Anti-Atom-Offensive des Landes Oberösterreich legt keinen Wert auf Nachwuchs

Keine ausreichende Förderung von jungem Antiatom-Engagement - Entscheidungsverfahren bei der Mittelvergabe sehr fragwürdig

Linz (OTS) - Es kann nicht im Sinne der Anti-Atomkraft-Offensive
des Landes Oberösterreich sein, dass jungen Akteuren kein gebührenden Stellenwert eingeräumt wird." erklärt Elvira Pöschko, Obfrau des jungen Vereins "Antiatom Szene" anlässlich der heutigen Sitzung der Landesregierung. "Für jede Bewegung gehört die Nachwuchspflege zu einer grundlegenden Aufgabe. Leider offensichtlich nicht für die Anti-Atom-Offensive des Landes Oberösterreich." erklärt Pöschko.

Die Antiatom Szene appelliert an die Landesregierung ein unabhängiges Fachgremium für die Projektbeurteilung und die Budgetvorschläge für Projekte aus der "Oberösterreichischen Antiatom-Offensive" einzurichten, anstelle der jetzt gehandhabten "Alleinentscheidung" durch den Antiatom-Beauftragten Radko Pavlovec, welcher selbst Mittel für die Umsetzung von Antiatomprojekten aus diesem Budget beansprucht.

Grundsätzlich ist zu sagen, dass dem Vorstand der Antiatom Szene bereits im Jänner 2006 bei einem Gespräch mit Pavlovec mitgeteilt wurde, dass andere Antiatom-Organisationen den neuen Verein als Konkurrenz betrachten. Diese Sicht ist höchst fragwürdig, ein fairer Wettbewerb der Ideen muss vom Anti-Atom-Beauftragten sichergestellt werden.

Enttäuscht zeigt sich der Vorstand des Vereins "Antiatom Szene" auch über die Haltung von Umweltlandesrat Anschober, der bei der Antiatom-Konsens-Beiratssitzung am 26.6.2006 trotz des Nicht-Konsenses lediglich eine neutrale Beobachter-Rolle einnahm und das junge Antiatom-Engagement nicht ausreichend fördert, sowie die "Alleinmacht" des Antiatom-Beauftragten statt einem unabhängigen Fachgremium unterstützt. Landesrat Rudi Anschober erklärte zwar, dass das Konsens-Beirat der mit den Organisationen gemeinsam die Entscheidung trifft. Ein Antrag der "Antiatom Szene" ihren Antiatom-Jugendprojekten einen größeren Stellenwert einzuräumen hatte jedoch keinerlei Auswirkung auf den Vorschlag des Antiatom-Beauftragten.

Die "Antiatom Szene" hat im letzten Jahr erfolgreich das Projekt "Antiatom- Schulwettbewerb - Junge Ideen für eine atomkraftfreie Zukunft!" ausgetragen an dem über 1000 SchülerInnen teilgenommen haben, knapp 300 davon kamen zur Preisverleihung mit Landeshauptmann Josef Pühringer und Pop-Star Manuel Ortega. "Wir haben gezeigt was wir können, jetzt wollen wir mit viel Schwung mit den SchülerInnen und LehrerInnen Nachfolgeprojekte umsetzen."

Genehmigt wurde bei der neuen Einreichung von fünf Projekten des Vereins "Antiatom Szene" lediglich ein Teil des Nachfolgeprojektes "Antiatom-Schulwettbewerb" und auch diese Genehmigung wurde seitens des Antiatom-Beauftragten sehr vage formuliert und eine tatsächliche Förderung ist keineswegs sicher. Sämtliche Projekteinreichungen, welche zum Großteil aus den Schülerprojekten des Antiatom-Schulwettbewerbes erarbeitet wurden, wurden mit unhaltbaren und nicht nachvollziehbaren Begründungen abgelehnt. Das bedeutet, dass dem neuen jungen Verein für die nächsten ein und halb Jahre ein Budget von 280 Euro im Monat zugestanden wurde, aus dem in etwa 600.000 Euro umfassenden Topf, womit keine professionelle Fortführung der Arbeit geleistet werden kann.

"Jugendliche haben heute weder die Anti-Zwentendorf-Bewegung noch die Tschernobyl-Katastrophe erlebt. Wir glauben, dass es deshalb gerade auch junge, nachkommende Akteure braucht, die altersmäßig näher an Kultur und Life Style von Jugendlichen liegen." zeigt Elvira Pöschko völliges Unverständnis.

Eine vom Land ÖO in Auftrag gegebene Evaluation der Anti-Atom-Offensive ist zu dem Ergebnis gekommen, dass keine Budgeterhöhung erforderlich ist, weil einige Organisationen sogar "eher nicht mehr wussten, wie Sie die Förderungen ausgeben konnten". Nachwuchs-Akteuren auch Spielraum einzuräumen, sollte daher möglich sein.

"Wir wollen eine Zusammenarbeit und keine Konkurrenz der Generationen. Dass mit Rudi Anschober ein Landesrat einer sehr jungen Partei mit einem hohen Anteil an jungen Wählern neuen jungen Akteuren so wenig Unterstützung zuteil werden lässt, hat uns mehr als verwundert", schließt Alexander Trinkl, Obfrau-Stellvertreter der Antiatom Szene.

Rückfragen & Kontakt:

Elvira Pöschko
Obfrau
E-Mail: office@antiatomszene.net
Mobil: 0650/6660065
www.antiatomszene.info

Alexander Trinkl
Obfrau Stv
Mobil: 0650/9688332

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