Neues Volksblatt: "Zugzwang" (von Christian Buchar)

Ausgabe vom 30. Juni 2006

Linz (OTS) - "Hochverrat" für die FPÖ, ein "fauler Kompromiss zu Lasten der Minderheitenrechte" für die Grünen - was zwischen diesen politischen Polen liegt, ist tatsächlich eine historische Einigung und ein international beachtlicher Schritt in Sachen Minderheitenpolitik.
Ein Schritt, der als später Vollzug historischer Verpflichtungen ebenso überfällig war wie als Notbremse in einem politisch leichtfertig neu aufgeheizten gesellschaftlichen Klima in Kärnten. LH Jörg Haider ist an dieser Stelle dafür mehrmals scharf kritisiert worden. Jetzt ist ihm, ebenso wie einem Großteil der Slowenenvertreter - der mit seiner Organisation abseits stehende Rudi Vouk definiert sich politisch ja auch öfter mehr als provokativer Reibebaum - Respekt für einen beträchtlichen Sprung über den eigenen Schatten zu konzedieren.
Der schwarz-orangen Koalition ist damit ein Schritt gelungen, der unter SP-Kanz-lern - aus Angst vor bzw. politischen Verwobenheiten mit nationalen "Deutsch-Kärntnern" - verabsäumt wurde. Jetzt hat ihr die Koalition mit der Erfordernis einer Verfassungsmehrheit den ultimativen Ball zugeworfen. Es geht für die SPÖ ans späte Farbe bekennen.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001