Darabos: "ORF sofort aus Geiselhaft der ÖVP entlassen"

SPÖ für "starken, unabhängigen öffentlich-rechtlichen Rundfunk"

Wien (SK) - Scharfe Kritik übte SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos am Donnerstag bei der Sondersitzung im Nationalrat am unverantwortlichen Vorgehen der Bundesregierung, die den ORF "gegen die Wand fährt" und "tatenlos dabei zusieht", wie der ÖVP-dominierte ORF mit seinem "faden Einheitsbrei" zusehends ZuschauerInnen und auch WerbekundInnen verliere. Mit den zunehmend geringer werdenden Werbeeinahmen sei auch die Existenz des ORF gefährdet, warnte Darabos, der festhielt, dass die SPÖ für einen "starken, unabhängigen öffentlich-rechtlichen Rundfunk" eintrete. Vor dem besorgniserregenden Hintergrund, dass die ÖVP offenbar nach der Devise "Moltofon einschalten und intervenieren" agiere, sei es hoch an der Zeit, dass der "ORF sofort aus der Geiselhaft der ÖVP entlassen wird", unterstrich der SPÖ-Bundesgeschäftsführer, der den Rückgang der Bedeutung des ORF als "Ausfluss verfehlter Managementpolitik, die den Namen Mück trägt" geißelte. ****

Selbst ein noch so kurzer Blick auf Media-Analysen gebe Aufschluss darüber, "wer im ORF das Sagen hat", so Darabos mit Blick darauf, dass etwa in den Monaten Jänner und Feber die ÖVP zu 70 Prozent in der ZiB 1 vorkomme, der SPÖ-Anteil jedoch nur 20 Prozent ausmache. Daraus gehe klar hervor, "wer dominiert und kontrolliert". Besonders bei den Informations-Sendungen "geht es überall bergab", verwies Darabos darauf, dass alle bedeutenden Info-Formate in den letzten fünf Jahren beträchtlich an Marktanteilen verloren hätten (ZIB 1 von 70 auf 61 Prozent; ZIB 2 von 34 auf 27 Prozent; ZIB 3 von 30 auf 23 Prozent; Report von 28 auf 22 Prozent und Thema von 35 auf 30 Prozent).

Der SPÖ gehe es um die Sicherung der Existenz des ORF, hob Darabos hervor und verwies abschließend darauf, dass die Hälfte der österreichischen Bevölkerung nach einer aktuellen Umfrage glaube, dass sich der ORF in Geiselhaft der Regierungsparteien befindet und dass die Schüssel-Regierung "überproportional im ORF vorkommt". (Schluss) mb

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